PfadnavigationHomeICONISTNewsANTM-Dokuserie„Nur 16 Minuten aus dreieinhalb Stunden“ – Tyra Banks verklagt NetflixStand: 12:24 UhrLesedauer: 3 MinutenSupermodel Tyra BanksQuelle: Getty Images/Taylor HillTyra Banks verklagt Netflix wegen einer Dokuserie über „America’s Next Top Model“. Die frühere Moderatorin wirft den Verantwortlichen vor, ihr Interview manipulativ gekürzt zu haben – und so den Eindruck zu erwecken, sie habe mutmaßliche sexuelle Gewalt im Umfeld der Show geduldet.Supermodel Tyra Banks geht juristisch gegen Netflix und die Macher der Dokuserie „Reality Check: Inside America’s Next Top Model“ vor. Die frühere Moderatorin und Produzentin von „America’s Next Top Model“ (kurz: ANTM) wirft den Verantwortlichen vor, ihr Interview manipulativ zusammengeschnitten und dadurch eine rufschädigende Darstellung erzeugt zu haben. Das berichtet das US-Magazin „People“ unter Berufung auf Gerichtsunterlagen. Die Netflix-Dokuserie setzt sich kritisch mit der Geschichte und den Kontroversen der erfolgreichen Castingshow auseinander.Banks habe sich für das Projekt zur Verfügung gestellt, weil sie offen über das Vermächtnis der Sendung sprechen wollte – über Erfolge, aber auch über problematische Entscheidungen. „Es gibt Aspekte der Show, für die Ms. Banks Verantwortung übernimmt, und sie wollte, dass die ANTM-Zuschauer das direkt von ihr hören“, heißt es in der Klageschrift, die Banks am 13. Juni eingereicht hat.Laut Klage dauerte das Gespräch mit Banks rund dreieinhalb Stunden. In der fertigen Serie seien davon jedoch nur 16 Minuten verwendet worden. Diese Ausschnitte seien „aus dem Zusammenhang gerissen“ und so montiert worden, dass eine „falsche und verleumderische“ Darstellung entstanden sei, „die nichts mit dem zu tun hat, was sie tatsächlich geäußert hat“.Lesen Sie auchIm Zentrum der Klage steht unter anderem die Darstellung eines Vorfalls um die frühere Kandidatin Shandi Sullivan, die in der Doku über eine Situation während der Dreharbeiten in Italien spricht. Banks bestreitet demnach, damals gewusst zu haben, dass Sullivan den Vorfall später als sexualisierte Gewalt einordnen würde. Ihre Anwälte werfen den Produzenten vor, durch „selektiven Schnitt, bewusstes Weglassen und chirurgische Manipulation“ den Eindruck erweckt zu haben, Banks habe mutmaßliche sexuelle Gewalt im Umfeld der Show geduldet, das Trauma einer Kandidatin für Einschaltquoten ausgenutzt und sich später nicht einmal daran erinnert.Diese Darstellung sei eine „vollständige Erfindung“, heißt es in der Klageschrift. Konkret geht es um eine Szene, in der Banks auf eine Frage zu Sullivan reagiert. In der Doku sei ihre Antwort so verkürzt worden, dass sie uninformiert oder ausweichend wirke. Im vollständigen Interview habe Banks jedoch zunächst genickt und ausdrücklich gesagt, sie erinnere sich an Sullivans Geschichte. Indem die Produzenten dieses Nicken und den Satz herausgeschnitten hätten, hätten sie laut Klage dafür gesorgt, dass die Zuschauer „nur die Lüge sahen und nicht die Wahrheit“.Banks, die „America’s Next Top Model“ ab 2003 in den ersten 22 Staffeln moderierte, fordert ein Geschworenenverfahren. Über mögliche Schadenersatzansprüche soll vor Gericht entschieden werden. Netflix und weitere Beteiligte äußerten sich dem Bericht zufolge zunächst nicht zu den Vorwürfen.st