Im Streit um die Zukunft der Berliner S-Bahn ist eine wichtige Entscheidung gefallen. Am Freitag hat die Vergabekammer den Nachprüfungsantrag des Bahnherstellers Alstom zurückgewiesen. Die wichtige Frage, wer neue Züge baut und betreibt, ist damit aber immer noch nicht endgültig beantwortet. Das Tauziehen dürfte weitergehen.

„Es gibt einen Beschluss der Berliner Vergabekammer“, bestätigte Andreas Flórez, Deutschland-Sprecher des französischen Unternehmens, am Sonntag auf Anfrage. „Alstom prüft diesen Beschluss inhaltlich und behält sich weitere juristische Schritte vor.“

Bis zum 26. Juli hat das Unternehmen Zeit, beim Kammergericht Berlin eine sofortige Beschwerde einzureichen. Nutzt Alstom die Möglichkeit, droht eine weitere Hängepartie. „Sollte dies so sein, werden wir ein bis zwei Jahre auf eine Gerichtsentscheidung warten müssen“, so Andreas Splawski, Vorsitzender des Betriebsrats der S-Bahn Berlin GmbH.

S-Bahn-Ausschreibung: Teuer und sehr langwierig

Es geht um ein Thema, das spröde wirkt. Doch es geht viele Menschen in der Hauptstadt-Region an. Dazu zählen die vielen Fahrgäste der S-Bahn Berlin. Im vergangenen Jahr wurden die ockergelb-roten Züge an Arbeitstagen für 1,4 Millionen Fahrten genutzt. Der Streit betrifft aber auch die 3000 Beschäftigten der S-Bahn GmbH, des größten Berliner Tochterunternehmens der bundeseigenen Deutschen Bahn (DB).