Als Julian Nagelsmann am Samstagabend in Houston zur Pressekonferenz erschien, ging es nicht darum, was der Bundestrainer zuerst sagte, sondern darum, wer ihn zuerst fragte. Es ging auch nicht darum, dass am nächsten Tag für Nagelsmann das erste Spiel bei seiner ersten Weltmeisterschaft anstand, sondern um jemanden, für den es das zweite Spiel bei seiner siebzehnten Weltmeisterschaft sein würde.Und weil es zugleich der 88. Geburtstag des Reporters Hartmut Scherzer war, schenkten die Pressesprecherin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Franziska Wülle, und Nagelsmann ihm die erste Frage im Pressekonferenzraum des NRG Stadium.„Wird Nene Brown morgen spielen?“Der Frankfurter Reporter Scherzer, der auch für die F.A.Z. geschrieben hat (und im legendären, inzwischen stillgelegten Astrodome nebenan schon Muhammad Ali hat kämpfen sehen), fragte gewissermaßen eine Frankfurter Frage: „Wird Nene Brown morgen spielen?“ Bundestrainer Nagelsmann antwortete, dass er normalerweise nicht so gern seine Startelf verrate, wegen des Geburtstags aber doch: „Ja, er wird beginnen in dem schönen Stadion.“Das war ein ungewöhnlicher Prolog zu dieser Pressekonferenz, in der Nagelsmann dann noch zwei weitere Startelf-Personalien für den deutschen WM-Auftakt an diesem Sonntag gegen Curaçao (19.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) verriet.Zum anderen Jamal Musiala, was eine Antwort auf die Debatte war, die in den vergangenen Wochen und auch in den Tagen, in denen das Team nun schon in den Vereinigten Staaten ist, zunehmend Fahrt aufgenommen hat. „Jamal hat noch ein paar Schritte zu gehen, aber die kann er nur gehen, wenn wir ihn spielen lassen und ihm die Zeit auch geben“, sagte Nagelsmann.„Wir vertrauen ihm total“Er pflichtete ausdrücklich Lothar Matthäus bei, der in seiner Eigenschaft als Fernsehexperte gesagt hatte, dass es einen fitten Musiala brauchen werde, wenn die deutsche Mannschaft bei dieser WM etwas gewinnen wolle. „Wir vertrauen ihm total“, sagte Nagelsmann über Musiala.Zu einer anderen Debatte, die in der deutschen Bildschirmrealität Wellen geschlagen hatte, äußerte sich der Bundestrainer – verständlicherweise – zugeknöpft: die launige Bemerkung Jürgen Klopps, dass „noch“ Nagelsmann die Aufstellung mache. Alles in allem wird diese zum WM-Auftakt damit wohl aussehen wie im letzten Test vor gut einer Woche beim 2:1 gegen die USA in Chicago.Was hingegen ungewöhnlich sein wird, ist die Anstoßzeit, 12.00 Uhr mittags Ortszeit, High Noon in H-Town, wie Houston auch genannt wird. Der Bundestrainer sagte, dass ihm die frühe Zeit ganz recht sei – besser, als den ganzen Tag im Hotel darauf zu warten, dass es ernst wird. Zumal im voll überdachten und klimatisierten NRG Stadium beste Bedingungen herrschen würden.Ansonsten hielt Nagelsmann sich mit Ansagen weitgehend zurück. Was soll er auch sagen vor einem Spiel, in dem der viermalige Weltmeister gegen den 82. der Weltrangliste spielt. Der Bundestrainer verwies auf die starke Physis des Gegners, darauf, dass die meisten Spieler in den Niederlanden – und somit sehr gut – ausgebildet seien, und darauf, dass die Spieler aus Curaçao „frei von der Seele“ spielen könnten, weil es keine Erwartungen an sie gebe. Er weiß aber auch, dass es für seine Mannschaft nur eine Erwartung geben kann.Es ist, am Rande, auch das Spiel des jüngsten Trainers bei dieser WM gegen den ältesten. Der Niederländer Dick Advocaat sitzt mit 78 Jahren auf der Bank von Curaçao. Ob er sich das auch vorstellen könne, wurde der 38 Jahre alte Nagelsmann gefragt. Seine Antwort: „Nein, nicht wirklich. Ich liebe meinen Job, aber ich hoffe, dass ich in diesem Alter etwas anderes machen kann.“ Vielleicht sollte er da noch einmal Hartmut Scherzer fragen.
Manuel Neuer in Startelf gegen Curacao bei Fußball-WM 2026
Am Tag vor dem deutschen WM-Start gegen Curaçao verrät der Bundestrainer drei Spieler der Startelf namentlich. Manuel Neuer wird seine erste Partie im DFB-Team seit dem EM-Aus 2024 bestreiten.














