Bei WM-Comeback nach 28 Jahren28 Jahre lang hatte Schottland auf eine WM-Teilnahme warten müssen, ehe in Boston das Comeback gegen Haiti anstand. Der Karibikstaat musste sogar noch länger zurückblicken: Zum bisher einzigen Mal hatte sich Haiti für die WM in Deutschland 1974 qualifiziert. In einer Gruppe mit Rekordweltmeister Brasilien und Afrika-Cup-Sieger Marokko gelten beide Teams allerdings als Außenseiter, umso wichtiger war das direkte Duell - vor allem für die Schotten, die bei ihrer neunten WM-Teilnahme erstmals überhaupt die K.-o.-Phase erreichen wollen.McTominay trifft den Pfosten - McGinn mit GlückAngeführt vom Kapitän und Noch-Liverpooler Robertson übernahmen die favorisierten Bravehearts anfangs die Initiative und hatten durch Napolis McTominay, der knapp über die Latte köpfte (7.), die erste gute Chance. Doch nachdem Haiti die Nervosität abgelegt hatte, spielte der Außenseiter mit: Mit giftigem Pressing eroberte Haiti immer wieder den Ball und stieß schnell nach vorne. Im Zusammenspiel der beiden Premier-League-Legionäre zielte Bellegarde (Wolverhampton) auf Vorlage von Isidor (Sunderland) drüber (11.).Es war nun ein Spiel auf Augenhöhe, beide Seiten wechselten sich mit guten Phasen ab. Doch während Haiti die Klarheit am und im Strafraum fehlte, stellten die Schotten diese zweimal unter Beweis: Erst traf McTominay krachend den Pfosten (17.), ehe McGinn eine Adams-Chance zum 1:0 abstaubte - der Europa-League-Sieger von Aston Villa hatte dabei Glück, dass sein Schuss unhaltbar abgefälscht wurde (28.). Da Pierrot einen Torwartfehler von Gunn nicht nutzen konnte (34.), ging es mit der schottischen Führung in die Pause.Pierrot köpft kurz vor Schluss vorbeiNach dem Seitenwechsel zerfaserte das Spiel jedoch komplett. Schottland hatte sich defensiv besser auf das haitianische Spiel eingestellt und bot keinen Raum mehr für schnelle Konter. Der Preis war die eigene offensive Harmlosigkeit. Erst in der 73. Minute gab es wieder einen nennenswerten Abschluss, McGinn verpasste knapp den Doppelpack. Auch Haiti meldete sich durch Providence mal wieder an (74.).Für die Mannen von der Karibikinsel war es der Weckruf zur Schlussoffensive, in der Folge konnte Haiti ähnlich der ersten Hälfte wieder mehr Chaos stiften. Doch weiter fehlte es dem Außenseiter an Fortune im Strafraum. Pierrot vergab auch die beste Möglichkeit, unbedrängt köpfte er aus sechs Metern vorbei (85.). So blieb es beim wenig glamourösen Sieg für die Schotten, den die Tartan Army in Boston dennoch lautstark feierte.In der Nacht von Freitag auf Samstag deutscher Zeit (0 Uhr) wartet auf die Bravehearts als Nächstes das Duell mit Marokko. Danach (2.30 Uhr) muss Haiti gegen den haushohen Favoriten Brasilien bestehen. Im direkten Duell hatten sich die beiden Schwergewichte am 1. Spieltag die Punkte geteilt (1:1).