Nur 1:1 gegen Katar: Die Schweiz ist sich ihrer Sache beim WM-Auftakt zu sicher. Und Granit Xhaka muss schon wieder den Mahnfinger hebenDie Schweizer Fussballer erleiden zum WM-Auftakt einen Dämpfer, mit dem niemand gerechnet hat – am allerwenigsten wahrscheinlich sie selbst.14.06.2026, 06.19 Uhr5 Leseminuten«Wir müssen auf dem Boden der Realität ankommen», sagt Granit Xhaka nach dem Spiel.PETER KLAUNZER / KEYSTONEWenn Fussballer zu Statistikern werden, dann ist das nie ein gutes Zeichen. Dieses Gesetz gilt auch am Samstag, nach dem Schweizer WM-Eröffnungsspiel gegen Katar.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.26 ist die Zahl, die danach immer wieder genannt wird von den Schweizern - von Trainer Murat Yakin, aber auch von Verteidiger Manuel Akanji. Beide weisen darauf hin, wie oft die Schweizer zuvor aufs gegnerische Tor gefeuert hätten. Eben: 26 Mal.Doch am Ende zählt im Fussball bekanntlich nur eine Statistik. Es geht dabei um erzielte und kassierte Tore. Dort stand es nach 90 Minuten 1:1, abgefeuerte Schüsse hin oder her. Die sprachen zwar tatsächlich eine deutliche Sprache (26:6), so wie viele andere Statistiken zu diesem Spiel, etwa der Ballbesitz. Auch hier: Vorteil Schweiz, mit 68 zu 32 Prozent.Das alles änderte nichts daran, dass die Schweizer nicht über ein 1:1 hinauskamen gegen Katar, den grossen Aussenseiter, der zuvor erst einmal an einer WM teilgenommen hat. Und das auch nur, weil das Land sie gleich selbst durchgeführt hat. Für die Schweiz, die an diesem Turnier so hoch fliegen will – Stichwort: «die beste WM aller Zeiten» –, ist das Ergebnis ein schmerzhafter Rückschlag, mit dem kaum jemand gerechnet hatte. Bestimmt auch sie selbst nicht. Was vielleicht an diesem Tag eines ihrer Probleme war.In der ersten Halbzeit fliesst das Schweizer SpielAuf jeden Fall gaben die Schweizer ein Spiel aus der Hand, das sie nicht aus der Hand hätten geben dürfen. Nicht gegen diesen Gegner. Nicht, da hatten Akanji und Yakin schon recht, nach den vielen Chancen, die sich ihnen an diesem Nachmittag geboten hatten.Diese Chancen erspielen sich die Schweizer vor allem vor der Pause, wo phasenweise alles fliesst in ihrem Spiel. Sie rotieren, tauschen Positionen, tauchen im einen Moment hier auf und im nächsten dort. Denis Zakaria ist einer der Schweizer, die das Spiel prägen, ein anderer Michel Aebischer. Beiden ist gemein, dass sie zu den überraschenderen Namen in der Startaufstellung von Yakin zählen.Zakaria, für den der Trainer schon lange einen Platz im Team sucht und jetzt vielleicht einen gefunden hat, spielt nominell als Rechtsverteidiger in einer Viererkette, aber eben: alles fliesst im Schweizer Spiel, so, wie Yakin das vorschwebt. Und immer wieder gelangt sein Team in vorzügliche Abschlusspositionen. Embolos Führungstor nach 17 Minuten per Penalty ist folgerichtig, aber auch sinnbildlich, weil die Schweizer nur auf diese Art zum Erfolg kommen. Ansonsten sündigen sie im Abschluss. Zum Beispiel Dan Ndoye, der mehrfach am hervorragenden Mahmud Abunada im katarischen Tor scheitert. Oder Aebischer, der kurz vor der Pause das 2:0 auf dem Fuss hat und zu wenig entschlossen abschliesst.Wenn es zählte, haben die Schweiz zuletzt zwei Qualitäten ausgezeichnet: Sie war effizient. Und sie liess sich in der Defensive nur schwer in Bedrängnis bringen. Beides gilt an diesem Tag nicht. Selbst die limitierten Katarer, die zuvor noch nieeinen WM-Punkt ergattert haben, kommen gegen sie zu drei guten Torchancen. Die dritte verwerten sie, Minute 94, und können danach ihr Glück kaum fassen.Die Schweizer haben zu diesem Zeitpunkt schwer abgebaut. Das Tor hat sich zwar nicht konkret angedeutet. Aber irgendwie hat es doch schon eine Weile als mögliches Szenario über dem Stadion von Santa Clara geschwebt, weil dem Team von Yakin die Spielkontrolle entglitten war, es zuweilen etwas nachlässig wirkte und unkonzentriert. Ganz so, als sei es sich seiner Sache zu sicher.Dabei zeigt das Spiel gegen Katar vor allem eines: Dass die Schweizer nicht so weit sind, wie sie das selbst glauben. Das legen auch die Worte von Granit Xhaka, dem Schweizer Captain, nach dem Spiel nahe. Er sagt unter anderem: «Wir müssen auf den Boden der Realität zurückkommen.» Und: «Reden kann jeder. Aber wir müssen auch machen.»Erst vor einer Woche hatte der Captain nach dem 1:1 im letzten Testspiel gegen Australien ähnlich Grundsätzliches gesagt, etwa: «Wir müssen aufwachen.» Und diese Worte dann in der Pressekonferenz vor dem Katar-Spiel mehr oder weniger wieder eingefangen. Nur, um nun erneut deutlich zu werden. Was zur Frage führt, wie gross denn nun der Hochmut tatsächlich ist, den der Captain im Schweizer Team anscheinend ausgemacht hat.Xhaka sagte auch noch, man müsse respektieren, was der Trainer wolle, und nicht der «Show-Maker» sein. Und: «Wenn der Trainer Spieler hineinbringt und die nicht auf ihren Positionen spielen, dann wird es schwierig.»Tatsächlich taten die Wechsel von Trainer Yakin den Schweizern nicht gut. Die Spieler, die eingewechselt wurden, hiessen unter anderem Johan Manzambi und Miro Muheim. Beide waren am Ausgleich der Katarer mitschuldig. Manzambi, weil er die Flanke der Katarer nicht verhindern konnte. Muheim, weil er im folgenden Kopfballduell den Kürzeren zog. Und dann in seinem ersten Einsatz an einer Endrunde auch noch das Pech hat, dass der Treffer als Eigentor gewertet wird.Kuhglocken im Silicon ValleySchon um neun Uhr morgens hatten sich unweit des Stadions von Santa Clara die Schweizer Fans versammelt. Dort bot sich bald eine Szenerie, wie sie nur eine Fussball-WM produzieren kann: Vor der typisch amerikanischen Suburb-Kulisse, dieser Mischung aus Parkplätzen, Wohnsiedlungen und einstöckigen Restaurants und Shops, wanderten nun ein paar hundert rot gewandete Menschen durch die überdimensionierten Strassen.Schweizer Fanmarsch, im Silicon Valley, und natürlich fehlten Kuhkostüm, Käsesujet und Glockengeläut nicht. Angeführt wurde der kleine Umzug von Polizisten auf Mountainbikes und in Golf-Karts. Das Stadion war angesichts der Affiche und der aufgerufenen Preise überraschend gut gefüllt. Ob es gleich die knapp 70 000 Zuschauer waren, welche die Fifa vermeldete, ist eine andere Frage. Laut dem Schweizerischen Fussballverband SFV hatten sich 1600 Schweizer Anhänger über seine Kanäle Tickets besorgt.Der Trainer Murat Yakin hielt sich nach dem Spiel, anders als sein Captain Xhaka, zurück. Er redete das Gezeigte mehrheitlich schön, so, wie er das schon öfter getan hat. Vor der Begegnung hatte Yakin darüber gesprochen, wie wichtig ein guter Start in das Turnier sei. Dieser Start ist den Schweizern misslungen. Das 1:1 gegen Katar gehört zu den enttäuschendsten Resultaten, die die Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren an einer Endrunde eingefahren hat.Die stets offen formulierte Mission, die Gruppe B auf dem ersten Platz zu beenden, hat sich für die Schweizer damit verkompliziert. Aber weil die WM in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem Teilnehmerfeld von 48 Teams ausgetragen wird und 32 von ihnen den Sprung in den Sechzehntelfinal schaffen, müssten sie sich immer noch ungeschickt anstellen, um noch vor der K.-o.-Phase auszuscheiden.Eines ist nach dem 1:1 gegen Katar aber auch klar: Viel mehr Fehler darf sich die Schweiz nicht mehr erlauben. Schon gar nicht am kommenden Donnerstag, im zweiten Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina. Denn sie aus dem Fahrplan geraten.Passend zum Artikel
1:1 gegen Katar: Granit Xhaka fordert Realitätscheck von der Nati
Die Schweizer Fussballer erleiden zum WM-Auftakt einen Dämpfer, mit dem niemand gerechnet hat – am allerwenigsten wahrscheinlich sie selbst.
Rifiuto: questo articolo riguarda una partita di calcio della Coppa del Mondo (Svizzera vs Katar), non ha alcuna rilevanza per **Warptech Tech News**, testata dedicata a tecnologia, AI, business e startup per manager IT italiani. Warptech copre: notizie tech, AI & ML, Big Tech, startup, fundraising, governance, security, cloud, dev tools, enterprise trends — NON sport o calcio. Se hai un articolo tech da riassumere, condividilo e procedo.













