SpaceX für den Heimgebrauch: Elon Musks Satelliteninternet hat in der Schweiz viele FansStarlink ist deutlich billiger geworden. Eine Konkurrenz für Swisscom und Sunrise wird das Internetangebot von SpaceX aber erst, wenn die neuen Satelliten im All sind.14.06.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenInternet aus dem All: Eine mit 29 Starlink-Satelliten beladene Falcon-9-Rakete von SpaceX hebt am 12. Juni von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida ab.IMAGO/Jennifer Briggs / ImagoGenug geschnödet über den Börsengang von SpaceX. Die Milliardenverluste, die Überbewertung, die manipulierten Börsenregeln: alles durchgekaut. Wenden wir uns der praktischen Seite der Raketenfirma zu: Was bringt SpaceX im Alltag?Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ein Stück der Wunderfirma kann sich jeder kaufen und aufs Hausdach schrauben: die Satellitenempfänger von Starlink. Rund 9600 Satelliten von SpaceX kreisen derzeit im All und versorgen die Erde mit Internetverbindungen. Die Schweiz gehört zu den Ländern, in denen Starlink-Kits seit Jahren erhältlich sind.Starlink ist die Geldmaschine des gehypten Konzerns. Letztes Jahr fuhr der Bereich Connectivity gemäss Börsenprospekt einen operativen Gewinn von 4,4 Milliarden ein. Ende März 2026 nutzten weltweit 10,3 Millionen Abonnenten Starlink, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.Noch sind Swisscom und Sunrise meist günstigerEin Teil von ihnen kommt aus der Schweiz. Das Basisangebot Mini X liefert für 35 Franken monatlich eine Internetverbindung ins All. Das teuerste Abo für Privatkunden kostet doppelt so viel. 10 Franken kommen dazu für den Verleih des Empfangsgeräts.Die Tarife sind in den letzten Jahren massiv gesunken. Dennoch ist Starlink meist teurer und langsamer als Glasfaserinternet, wie ein Vergleich von Moneyland zeigt. Einzig das langsamste Swisscom-Abo hat ein schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis, sonst sind die Angebote von Swisscom und Sunrise überlegen. Noch attraktiver sind Abos von kleinen Anbietern wie Galaxus Internet oder Init7.Die Stärke von Starlink liegt aber darin, dass die Satelliten Internet an Orte bringen, wo es weder Mobilfunk- noch Glasfasernetze gibt. Als Land mit Luxusinfrastruktur ist die Schweiz schwieriges Terrain für den Musk-Konzern. Dennoch hat Starlink auch hier Fans. Die Nachfrage nach Starlink-Produkten habe bereits im Jahr 2025 deutlich angezogen, sagt eine Sprecherin des Online-Händlers Galaxus. Sie übersteigt sogar das Angebot: «Wir erhalten die Produkte nur in begrenzten Teilmengen zugeteilt. Wären die Verfügbarkeiten besser, wäre auch der Absatz entsprechend höher», so die Sprecherin.Direkter Empfang vom Handy zum SatellitenTechnisch funktionierten die Geräte tadellos, sagt Jean-Claude Frick, Telekom-Experte bei Comparis. Die Installation sei simpel, die Verbindung stehe in wenigen Minuten. Im Maiensäss ohne Handyempfang oder in alten Häusern ohne Glasfaseranschluss sorgt Starlink schnell und günstig für Internet. «Wer den Dienst nicht das ganze Jahr über braucht, kann das Abonnement unterbrechen und später wieder aktivieren. Das hat kein anderer Anbieter», sagt Frick.Mehr als ein Nischenangebot ist Starlink derzeit aber nicht. Das würde sich erst ändern, wenn die Verbindung zum Satelliten direkt übers Handy möglich wäre. Starlink Mobile, so nennt sich der Dienst, funktioniert heute aber erst für Textnachrichten. Nächstes Jahr will Starship laut dem Börsenprospekt eine neue Generation von Mobile-Satelliten ins All schiessen. Die V2-Satelliten sollen 5G-ähnliche Verbindungen zu Handys ermöglichen. SpaceX weist allerdings darauf hin, dass für die Nutzung die Frequenzbänder der Smartphones angepasst werden müssen.Ein Mobilfunk-Abo, das auf der ganzen Welt ohne Roaming funktioniere, wäre ein echter Durchbruch, sagt der Telekom-Experte Frick. Dann müssten sich die etablierten Anbieter etwas einfallen lassen.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Starlink in der Schweiz: Noch ist das Musk-Internet teurer als Swisscom und Sunrise
Starlink ist deutlich billiger geworden. Eine Konkurrenz für Swisscom und Sunrise wird das Internetangebot von SpaceX aber erst, wenn die neuen Satelliten im All sind.
Starlink ist in der Schweiz derzeit teurer als Swisscom/Sunrise (Mini X ab 35 CHF/Monat), doch SpaceX startet 2027 V2-Satelliten für direkte Smartphone-Verbindungen mit 5G-ähnlicher Geschwindigkeit. Das verändert den Markt fundamental – eine weltweite Mobilfunk-Lösung ohne Roaming würde etablierte Telekom-Anbieter zur Umstrukturierung ihrer Infrastruktur-Strategie zwingen.










