PfadnavigationHomeSportFußballWMBundestrainerWie Nagelsmann auf die brisante Klopp-Aussage reagiertStand: 03:05 UhrLesedauer: 5 MinutenVor dem deutschen WM-Auftaktspiel gegen Curaçao witzelt Ex-Trainer Jürgen Klopp in Richtung Trainer Nagelsmann und heizt damit die Gerüchteküche mächtig an. „Es ist erst Juni, du bist schon im September“, sagt Ex-Nationalspieler Thomas Müller.Julian Nagelsmann erlebt Sonntag gegen Curaçao sein erstes WM-Spiel als Bundestrainer. Der Druck ist enorm. Zumal Jürgen Klopp mit einer Aussage für Gesprächsstoff sorgt. Nagelsmann reagiert jetzt.Am Samstagmittag flog die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nach dem Abschlusstraining in ihrem WM-Quartier in Winston-Salem vom Smith Reynolds Airport in North Carolina nach Houston in Texas. Sie bezog das Hotel Intercontinental in der Nähe des Houston Stadiums, vor dem einige Fans warteten und auf Selfies und Autogramme hofften. Für Julian Nagelsmann ging es am frühen Abend zur Pressekonferenz in der Arena – bei 31 Grad. Mit dem Auftaktspiel der Deutschen gegen Außenseiter Curaçao am Sonntag (21 Uhr, ARD, MagentaTV und im Liveticker bei WELT) beginnt für den Bundestrainer seine erste WM. Viele Experten und Fans sind der Meinung: Erst bei diesem Turnier wird sich zeigen, wie gut Nagelsmann als Trainer ist. Es ist die größte Fußball-Bühne der Welt. Die WM könnte Nagelsmanns Karriere prägen. Es ist seine Reifeprüfung. Er hat mit gerade einmal 38 Jahren das in diesem Sommer verantwortungsvollste Amt im deutschen Fußball inne.Seit bald 20 Jahren arbeitet er als Trainer, seit zehn Jahren als Chefcoach im Profibereich. Er erlebte bei RB Leipzig und dem FC Bayern große Partien in der Champions League – mit Leipzig schaffte er es ins Halbfinale. Er war Bundestrainer bei der EM 2024 in Deutschland, bei der Deutschland im Viertelfinale ausschied. Jetzt die WM. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Nagelsmanns Vertrag vor einem Jahr bis 2028 verlängert – und erwartet Ergebnisse. „Die Mannschaft macht einen sehr guten Eindruck“, sagte Nagelsmann am Samstag. Sie gebe ihm keinen Grund zur Nervosität „Stand jetzt bin ich noch sehr ruhig.“ Er freue sich, dass es jetzt losgeht. Und früh – Anstoß ist Ortszeit um 12 Uhr. „Wir haben eine Polizei-Eskorte zum Stadion. Alle Sitzungen haben wir gemacht. Es gibt nur noch ein paar letzte Worte vor dem Spiel“, erklärte Nagelsmann die Abläufe am Spieltag. „Die drei Punkte werden sehr wichtig sein. Ein guter Start ist sehr wichtig:“Nathaniel Brown spielt von Anfang anAb wann wäre die WM ein Erfolg? Nagelsmann antwortete zurückhaltend: „Nach dem Turnier ist das einfacher zu sagen. Wir konzentrieren uns auf Curaçao.“Lesen Sie auchDer Bundestrainer bestätigte, dass Torwart Manuel Neuer vom FC Bayern spielen wird. Und er verriet, dass Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt auf der linken Abwehrseite beginnt. Er machte zudem klar, dass Jamal Musiala zur Startelf gehören wird. Aber: „Er hat noch ein paar Schritte zu gehen. Um eine richtig gute WM zu spielen brauchen wir Jamal in einer Topverfassung“, so Nagelsmann. Alle Spieler des Kaders seien gesund und bereit.Der DFB-Sportdirektor Rudi Völler sagte vor wenigen Tagen, Nagelsmann sei nicht mehr so unbedarft wie vor zwei Jahren, vor der EM in Deutschland. „Die ein oder andere Aussage überdenke ich mehr als noch vor zwei Jahren“, sagte Nagelsmann Samstag.Ein Reporter von „Bild“ fragte Nagelsmann auf der Pressekonferenz zu einem Vorgang, der rund um die Nationalmannschaft für Gesprächsstoff sorgt. MagentaTV-Experte Jürgen Klopp diskutierte beim WM-Eröffnungsspiel am vergangenen Donnerstag mit Thomas Müller über die Nationalelf und ihre Wunsch-Aufstellungen. Klopp sagte: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch.“ Dann wiederholte er die vier Buchstaben: „Noch“. Müller reagierte lachend: „Kloppoooo, es ist erst Juni! Du bist schon im September ...“Lesen Sie auchDie Konstellation gilt als äußerst brisant. Klopp wird immer wieder als möglicher Nachfolger oder Schattentrainer von Bundestrainer Nagelsmann gehandelt, im September stehen Länderspiele an.Auf der Pressekonferenz fragte der „Bild“-Reporter Nagelsmann zu der Szene im Fernsehen: „Hast du das mitbekommen? Kannst du darüber schmunzeln? Was sagst du dazu?“ Nagelsmann antwortete knapp: „Es wundert mich, dass die Nachfrage von euch kommt.“Der Reporter entgegnete: „Dafür sind wir da.“Daraufhin fragte Nagelsmann zurück: „Was sagt ihr denn dazu?“Der Journalist antwortete: „Ein bisschen pieksig.“Nagelsmann beendete das Thema mit den Worten: „Gut. Dann nächste Frage“Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz sagte Nagelsmann auf die Frage eines englischen Reporters zu der Thematik Fernseh-Experten noch mehr. Der Journalist fragte, ob es respektlos von Klopp und Müller sei, über die Aufstellung zu sprechen, wo doch spekuliert wird, dass Klopps nächster Job der des Bundestrainers sein könnte?Nagelsmann sagte: „Ich denke, das ist nicht der richtige Weg, um über dieses Thema zu sprechen. Ich denke, es ist wichtig für alle, die Situation selbst zu bewerten. Ich habe meine Meinung, aber ich werde es dir nicht sagen“, so der Bundestrainer. Lesen Sie auchUnd weiter: „Seid ihr der gleiche Verlag oder wie?“ Kurzes Gelächter im Pressesaal. Dann sagte Nagelsmann: „Ich denke, es ist jetzt nicht der richtige Weg, dass ich über dieses Thema rede. Es ist wichtig, dass jeder die Situation selbst bewertet. Ich habe meine Meinung, aber die werde ich Ihnen nicht sagen. Immerhin haben wir viele Experten, viele Leute. Thomas und Jürgen sind coole Jungs.“ Und weiter: „Sie haben viel Erfolg im Fußball. Sie können alle sprechen, worüber sie wollen. Ich konzentriere mich auf mein Team, auf mein Werk. Wir versuchen, morgen ein Spiel zu gewinnen. Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. So ist es halt. Wir müssen auch mit solchen Dingen umgehen.“Curaçaos Nationaltrainer Dick Advocaat sagte auf einer Pressekonferenz Samstagabend über Nagelsmann: „Er ist jung und berühmt. Er ist ein exzellenter Trainer. Er muss etwas Spezielles haben, sonst wäre er nicht Bundestrainer. Aber Curaçao wird es ihm morgen schwer machen.“Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren über die Nationalmannschaft. Seit über einer Woche ist er für die Redaktion in den USA und schreibt von dort aus über die WM-Vorbereitung der deutschen Auswahl.