Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat Akteure und Gruppierungen im Blick, die mit christlich-religiösem Anstrich extremistische Ideologie zu verbreiten suchen. Wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen ausführt, greifen diese „im Zuge ihrer Agitation (pseudo-)christliche Motive und Diskurse“ auf und adaptierten diese, „um insbesondere Äußerungen oder Verhaltensweisen, die gegen einzelne gesellschaftliche Gruppen gerichtet sind, sowie in Teilen extremistische Verschwörungserzählungen ideologisch zu untermauern“. Insofern richte sich ihr Handeln gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Einzelne dieser Akteure seien in sozialen Medien als Influencerinnen und Influencer aktiv. In der Antwort der Bundesregierung heißt es, teilweise seien in diesem Personenkreis „Kontakte und Vernetzungsbestrebungen in politische Milieus im In- und Ausland wie gegenüber Mitgliedern der Partei Alternative für Deutschland (AfD)“ festzustellen.Was vom Christentum in sozialen Medien sichtbar wird – gerade unter Jugendlichen – ist häufig radikalisiert und wird über die Christfluencer verbreitet.Theologe Johannes Sabel„Was vom Christentum in sozialen Medien sichtbar wird – gerade unter Jugendlichen – ist häufig radikalisiert und wird über die Christfluencer verbreitet“, sagte der Theologe Johannes Sabel dem evangelischen „Sonntagsblatt“ in einem Interview Anfang April 2026. „Ich befürchte, dass die neue Rechte im digitalen Raum eine ‚gute‘ Zukunft vor sich hat.“ Die neue Rechte treffe in den sozialen Medien auf eine Grundstimmung, dass die Politik die eigenen Probleme nicht löse, sagte Sabel. Auch die Kirchen würden keine unkomplizierten Antworten liefern können. „Die AfD bietet stattdessen Einfachheit: Wenn der Islam weg ist, die Migration gestoppt, die korrupte Elite abgelöst – dann wird alles besser“, sagte der Theologe. „Das ist eine verführerische Grammatik, gerade in Zeiten wachsender ökonomischer Ungleichheit.“Rechtsextreme Akteure nutzten religiös aufgeladene Bilder und Erzählungen, um speziell junge Menschen zu ködern, wie nun auch die Bundesregierung bestätigt habe, sagt die Grünen-Innenpolitikerin, Marlene Schönberger. „Sogenannte Christfluencer mit Bezügen zur AfD und der MAGA-Bewegung verschmelzen rechtsextreme Ideologie, christlich aufgeladene Symbolik und Verschwörungstheorien.“ Lamya Kaddor, Beauftragte der Grünen-Fraktion für Religionspolitik, sagt, vor dem Hintergrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den großen Kirchen sei für sie klar: „Die Bundesregierung muss der Instrumentalisierung christlicher Symbolik und Narrative durch Rechtsextreme mehr Aufmerksamkeit widmen.“ (Tsp/dpa)
Religiöser Deckmantel für Extremismus: Verfassungsschutz beobachtet AfD-Kontakte von christlichen Influencern
Der Verfassungsschutz beobachtet Gruppen, die christliche Motive nutzen, um extremistische Ideologien zu verbreiten. Teilweise soll es Verbindungen zur AfD geben, erklärt die Bundesregierung.
Das Verfassungsschutz dokumentiert Christfluencer, die extremistische Ideologie via social media mit religiösen Symbolen verbreiten und AfD-Kontakte haben. Die Radikalisierung junger Nutzer zeigt ein Content-Governance-Risiko bei Platform-Moderation und Recommendation-Algorithmen.







