Daten von Zwillingen : Schützt Musik vor seelischer Krankheit?12.06.2026, 12:51Lesezeit: 2 Min.Ob Musik generell die geistige Gesundheit fördert, wollten Forscher aus Frankfurt wissen. Ihre Ergebnisse dürften manchen enttäuschen.Die Wissenschaftler wollten unter anderem wissen, wie oft die Zwillinge Musik hören und ob sie mit Musik ihre Stimmung zu beeinflussen versuchen. Für 5500 Teilnehmer wurden sogenannte polygene Indizes erstellt, um Zusammenhänge zwischen Hörgewohnheiten und möglichen Erbanlagen für psychische Krankheiten zu erkennen.Kein Zusammenhang feststellbarHinweise darauf, dass das Hören von mehr Musik im Alltag die psychische Gesundheit verbessert oder verschlechtert, fanden sich nicht. Es wurde nur festgestellt, dass Menschen mit Angstzuständen, Depressionen, Einsamkeitsgefühlen oder der Neigung zu Neurotizismus häufiger Musik nutzen, um ihre Stimmung zu regulieren.„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das bloße Hören von Musik im Alltag nicht zwangsläufig zu einer besseren psychischen Gesundheit führt“, sagt Max-Planck-Forscherin Miriam Mosing. „Frühere Studien haben hingegen gezeigt, dass strukturierte Musiktherapien, die zur Verbesserung der psychischen Gesundheit konzipiert sind, durchaus therapeutische Vorteile haben können.“Die Erkenntnisse belegten, dass es wichtig sei, zwischen gezielten, therapeutisch begleiteten Musikinterventionen und alltäglichem Hören zu unterscheiden, so die Wissenschaftler. Denn während Musiktherapien positive Effekte haben könnten, lasse sich dieser Nutzen nicht ohne Weiteres auf den Alltag übertragen.