Bisher hatte es keine Informationen zu den Daten des Senders am „Timmy“ genannten Buckelwal gegeben – am Freitagvormittag stellte das Schweriner Umweltministerium vor Journalisten eine Auswertung der Trackerdaten vor. Was kann man aus „Timmys“ Trackerdaten ableiten? Umweltminister Backhaus stellte zu Beginn der Pressekonferenz klar, dass er mit der Veröffentlichung der Senderdaten maximale Transparenz schaffen wolle. Der Sender am Buckelwal habe Backhaus zufolge kurz nach der Freilassung des Tiers westlich von Skagen „vom 2. bis zum 7. Mai Bewegungsdaten geliefert“. In dieser Zeit habe „der Wal noch insgesamt 215 Kilometer zurückgelegt“. Die Trackerdaten zeigen: Der Wal hat mehrere Tage überlebt.Umweltminister Till BackhausAb dem 5. Mai habe sich „Timmys“ Schwimmgeschwindigkeit allerdings signifikant verringert. Das sei aus den Trackerdaten ersichtlich, so der Umweltminister. Diese verringerte Mobilität lasse demnach darauf schließen, dass die Verfassung des Tiers sich seit diesem Tag deutlich verschlechtert habe. Till Backhaus zeigte bei der Pressekonferenz eine Karte mit Bewegungslinien des Buckelwals. © dpa/Jens Büttner Zu einem möglichen Todesdatum des Tiers sagte Backhaus: „Das Datum ist zwischen dem 6. und 7. Mai festzuhalten.“ Er ergänzte: „Danach reißt das Signal ab“ und der Buckelwal sei „mehr oder weniger gedriftet“. Kurz nach der Freilassung am 2. Mai sei „Timmy“ demnach definitiv noch „mehrere Tage geschwommen“. Woran ist „Timmy“ gestorben? Die Transportmaßnahmen sollen Backhaus zufolge nicht zum Tod geführt haben. Bei den letzten Untersuchungen seien keine Verletzungen am Tier festgestellt worden. „Es gab keine Verletzungen oder Hinweise auf Gewaltanwendungen“, sagte der SPD-Politiker. Auch bezüglich Fremdkörpern wie etwa Netzen sei „nichts gefunden worden“. Backhaus betonte mehrfach: „Es ist nichts Ungewöhnliches entdeckt worden.“ Nun werde man die Ergebnisse der entnommenen Proben abwarten müssen, um weitere Erkenntnisse hinsichtlich der Todesursache zu erlangen. Deutschland ist auf so eine Wal-Strandung nicht vorbereitet gewesen.Umweltminister Till BackhausBei der Obduktion habe man zwar „bakterielle Hinweise in der Niere“ des Meeressäugers gefunden, was auf eine Erkrankung hindeuten könne – allerdings habe man diese Hinweise Backhaus zufolge mittlerweile als Todesursache ausschließen können. News5-Livestream zur Pressekonferenz (Startzeitpunkt: 10 Uhr) Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Wal-Rettungsaktion stand wohl zweimal kurz vor Abbruch Der SPD-Politiker räumte ein, dass man die Rettungsaktion durchaus „kritisieren kann“. Im Laufe der Rettungsmaßnahmen habe es zweimal den Moment gegeben, in dem die Maßnahmen beinahe abgebrochen worden wären. So habe etwa die private Rettungsinitiative zwischenzeitlich kritisiert, dass Anfragen des Ministeriums „zu viel Bürokratie“ verursachen würden. Innerhalb der Initiative sei es zwischenzeitlich außerdem „zu Spannungen gekommen“, das sei kein Geheimnis.„Der Rettungsversuch war aus unserer Sicht vertretbar“, betonte Backhaus allerdings mehrfach und ergänzte: „Der Wal in Mecklenburg-Vorpommern hat noch gelebt.“ Die Rettungsaktion sei demnach „ein Versuch“ gewesen, der – zumindest was die Bergung anging – als erfolgreich einzustufen sei.„Deutschland ist auf so eine Wal-Strandung nicht vorbereitet gewesen“, sagte Backhaus weiter. Man benötige klare Strukturen und Verantwortlichkeiten bei solchen Ereignissen. Mittels Schleppern und einer Barge wurde Buckelwal „Timmy“ nach Skagen in Richtung Nordsee transportiert. © dpa/Philip Dulian Buckelwal wurde wenig später tot aufgefunden Bereits im Vorfeld der Pressekonferenz teilte das Umweltministerium mit, dass die Auswertung einen Einblick in die Bewegungen des Wals nach seiner Freisetzung am 2. Mai ermöglichen und demnach wichtige Erkenntnisse für die Gesamtbewertung des Falls liefern könnte. Der Sender war kurz vor der Freilassung an dem geschwächten Tier befestigt worden. Der Buckelwal hatte lange vor der mecklenburgischen Küste vor der Insel Poel gelegen. Eine Privatinitiative transportierte den Wal mit einem Lastkahn Richtung Nordsee. Etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde er im Skagerrak ausgesetzt. Das Tier wurde kurz darauf tot vor der dänischen Insel Anholt angespült. Später wurde der Wal obduziert, zunächst ohne konkrete Ergebnisse zur Todesursache. Die Überreste des Tieres sollten in Dänemark unter anderem zu Biodiesel verwertet werden. (mira, dpa)
„Wal hat noch 215 Kilometer zurückgelegt“: „Timmy“ soll nach Freilassung mindestens fünf Tage gelebt haben
Was passierte kurz vor dem Tod des als „Timmy“ bekannten Buckelwals? Auf einer Pressekonferenz stellte das Umweltministerium nun die Auswertung zu den Trackerdaten vor.













