Tagebuch aus Lettland: Nicht einmal zur Beerdigung meines Vaters konnte ich reisen

Das belarussische Regime spricht viel von Familienwerten. Aber es unterdrückt auch Kinder und Eltern – weil sie Verwandte von Oppositionellen sind.

Beerdigung in Minsk (Archivbild von 2016)

Imago/Itar-Tass

V or drei Jahren starb mein Vater. Völlig unerwartet. Nur sechs Wochen vor seinem 50. Geburtstag. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich bereits seit mehreren Jahren als politischer Flüchtling im Exil in der lettischen Hauptstadt Riga und konnte deshalb nicht zu seiner Beerdigung fahren. In all den Jahren der erzwungenen Emigration war nichts schlimmer als dieser Moment.