Gleich morgens ein kleines Großaufgebot der Polizei am Bersarinplatz in Friedrichshain – ein klassischer Kreisverkehr mit Ampeln. Dort stehen nun auf jeder Seite je vier Polizisten: Helme, dunkle Uniformen, leuchtgrüne Westen, dazu Schlagstöcke und Handschellen am Gürtel. Aber es ist nicht wie sonst, wenn Polizisten hier, am Ende der Rigaer Straße, auf den Einsatzbefehl gegen Besetzerhäuser warten. Die Uniformierten sind nicht wegen der All-Cops-are-Bastards-Graffiti da, sondern um Radfahrer zu kontrollieren.Das passiert selten, ist aber offensichtlich nötig. Denn nach der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr kommen Fußgängerampeln. Alle Autos stoppen bei Rot vorschriftsmäßig und lassen die Fußgänger durch. Aber 90 Prozent der Radfahrer ignorieren das Stopp-Signal, fahren weiter und kacheln fast die Passanten um. In Berlin ist sich eine Mehrheit einig: Das Rot an Fußgängerampeln gilt nicht für Radfahrer. Es ist eine Mehrheit unter den Radlern.

Kolumne

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Nun aber werden sie von der Staatsmacht gestoppt. Es sind nicht etwa Kampfradler auf Rennrädern, sondern Väter mit Lastenrad und zwei Kindern, ein Antifa-Punk mit einer Klapperkiste, die bei jedem Pedaltritt fast das hintere Schutzblech verliert, eine Schwangere mit Hollandrad und buntem Blumenkranz am Korb, eine Grauhaarige mit intellektuellem Seitenscheitel.