Eichenprozessionsspinner werden gerade an vielen Orten in Bayern zur Plage. Die Nachtfalter konnten sich wegen des warmen Wetters in den vergangenen Monaten stark ausbreiten. In Nürnberg etwa läuft die Bekämpfung nach Angaben der Stadt auf Hochtouren. Trotzdem kommen die Fachleute kaum hinterher.Auch in Würzburg, Coburg und entlang der Autobahnen 73, 70, 93 und 9 in Franken sind in den nächsten Wochen Fachfirmen unterwegs, um die haarigen, schwarz-weißen Raupen und ihre Gespinste von Eichen zu entfernen. Denn die winzigen Brennhaare der Tiere können schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. Mit bloßem Auge sind diese aber nicht zu erkennen.SZ Bayern auf Whatsapp:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnierenVon Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.Ein weiteres Problem: Man muss nicht einmal direkt mit den bis zu vier Zentimeter langen Raupen in Kontakt kommen. Die Haare können laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit dem Wind meterweit durch die Luft getragen werden. Auch die verlassenen Gespinste stellen eine Gefahr dar, da die darin eingewobenen Brennhaare mehrere Jahre überdauern können.Spielplätze und Liegewiesen haben VorrangIm Fokus der Bekämpfung stehen in Nürnberg und Würzburg zurzeit Flächen wie Spielplätze, Kindergärten, Sportstätten, Liegewiesen und Parks. Dennoch rät die Stadt Würzburg zu Vorsicht: „Halten Sie sich nicht unter Eichen auf!“ Demnach sollte man auch Hunde von befallenen Bäumen fernhalten. Die Stadt Coburg weist darauf hin, dass für die Bekämpfung auf Privatgrundstücken die Eigentümer selbst verantwortlich sind. Die Stadt Nürnberg warnt diese aber davor, Nester selbst zu entfernen.In Nürnberg ist der Befall aktuell so massiv, dass der Stadt zufolge alle verfügbaren Mitarbeitenden des zuständigen Servicebetriebs Öffentlicher Raum damit beschäftigt sind, die eingehenden Meldungen zu bearbeiten und die nötigen Maßnahmen zu koordinieren. Die Fachfirmen arbeiteten ebenfalls an ihrer Kapazitätsgrenze, hieß es. Dadurch könne es bis zu zwei Wochen dauern, bis die Eichenprozessionsspinner an betroffenen Bäumen bekämpft werden könnten.Auch Wälder sind in diesem Jahr stärker von den Gespinsten befallen als sonst. Foto: Pia Bayer/dpaEine Raupe des Eichenprozessionsspinners kriecht auf einem Eichenstamm entlang. Foto: Patrick Pleul/dpaZum Einsatz kommen dabei keine Insektengifte, wie die Städte und die Autobahn GmbH des Bundes betonen. Fachleute in Schutzkleidung saugen stattdessen die Raupen und ihre Gespinste mit Spezialgeräten von den Bäumen. Einen verstärkten Befall in den bayerischen Wäldern hat auch die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in diesem Jahr festgestellt. „Das ist selten“, sagte ein Sprecher.Der Eichenprozessionsspinner wird nach LWF-Angaben oft mit anderen Schmetterlingsarten verwechselt, die sich ebenfalls in großen Gespinstnestern verpuppen. Zurzeit lassen sich dem Naturschutzverband LBV zufolge zum Beispiel vielerorts die gespenstigen Gebilde einiger Gespinstmottenarten in Bayern beobachten, die sich im Zuge der Klimaerwärmung ebenfalls verstärkt ausbreiten.Die Raupen hüllen bestimmte Bäume und Sträucher wie Weißdorn, Pflaume oder Traubenkirsche in silbrige Schleier, unter denen sie die Blätter vollständig abfressen und sich dann verpuppen. Vom Eichenprozessionsspinner sind die Gespinstmotten der LWF zufolge gut zu unterscheiden: „Die Raupen sind klein, unbehaart und harmlos.“ Der Eichenprozessionsspinner befällt – wie der Name schon sagt – zudem ausschließlich Eichen.
Bayern: Eichenprozessionsspinner werden zur Plage
Die Raupen der Falter sind gefährlich: Die winzigen Brennhaare allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen.













