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SpaceX-Aktie | BörsenTag: Wie werde ich als ETF-Anleger SpaceX los? Am Freitag soll Elon Musks Raumfahrtunternehmen sein Börsendebüt feiern. Wer vom Unternehmen nicht überzeugt ist, hat mehrere Möglichkeiten, die Aktie zu meiden.

Michelle Jura 12.06.2026 - 09:23 Uhr Nicht jeder ist begeistert über den Börsengang: Protest gegen SpaceX in New York. Foto: imago imagesDieser Text stammt aus dem WirtschaftsWoche-Newsletter BörsenTag. Hier bestellen: wiwo.de/boersentagBereits seit Wochen schwirrt in den Köpfen von Anlegern der Börsengang von Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX. Es soll der größte Börsengang der Geschichte werden: Rund 75 Milliarden Dollar sollen eingesammelt werden. Bisher führte der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco mit rund 25 Milliarden Dollar das Ranking an.Das Interesse vorab ist hoch. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg ist die Aktie vor dem Börsenstart am Freitag mehrfach überzeichnet. Mehrere institutionelle Investoren hätten laut informierten Kreisen Kaufaufträge in Höhe von mindestens zehn Milliarden Dollar platziert.Durch die schnelle Aufnahme in einige Indizes ist in den ersten Wochen weiterhin mit einer hohen Nachfrage nach dem Papier zu rechnen. Denn wie meine Kollegin Julia Leonhardt erklärt hat, müssen börsengehandelte Indexfonds (ETF), die den Index physisch vollständig replizieren, die Aktie bei einer Indexaufnahme kaufen – was den Kurs zusätzlich antreiben kann.Wie ETF-Anleger SpaceX ins Depot gebucht bekommenSpaceX wird unterschiedlich schnell in den bekannten Indizes landen, die als Benchmark für ETFs fungieren. Am schnellsten dürfte es im FTSE All World gehen, dort ist ein sogenannter „Fast Entry“ nach fünf Handelstagen möglich. Im MSCI World oder dem MSCI All Country World dürfte es hingegen zehn Tage dauern. Und das wohlgemerkt ohne neue Aufnahmeregelungen.Beim Dienstleister MSCI gelten diese Vorgaben schon seit 2007 und ermöglichten bereits Meta, Uber Technologies und Snowflake eine schnelle Aufnahme in MSCI-Indizes. Für die FTSE Global Equity Index Series gelten die Regeln bereits seit mehr als 20 Jahren.Privatanleger Planen Sie, beim SpaceX-Börsengang zu investieren? Die Indexanbieter FTSE Russell und Nasdaq Global Indexes haben hingegen eine offizielle Änderung vorgenommen. Zum Anlageuniversum von FTSE Russell gehören die US-amerikanischen Russell-Indizes, die jedoch nicht zum Standardportfolio deutscher Privatanleger gehören dürften. Im häufig von ETFs referenzierten, technologielastigen Index Nasdaq 100 wird SpaceX jetzt nach 15 Handelstagen enthalten sein.Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es die Aktie auch in die Depots global investierender Anleger schaffen wird. Nicht jeder ist über ein (indirektes) Investment in SpaceX erfreut. In Finanzforen kursieren bereits Beiträge mit der Frage: „Wie kann man SpaceX als passiver Anleger meiden?“ oder „Schmeißt hier noch jemand den Nasdaq 100 wegen SpaceX raus?“ Der Anteil von SpaceX wird im Nasdaq 100 zu Beginn am höchsten sein. Laut Berechnungen meines Kollegen Sebastian Schug könnte SpaceX bald rein rechnerisch für 0,36 Prozent des Index stehen. Grund dafür ist, dass die Gewichtung dort auf dem Dreifachen des Streubesitzes, also voraussichtlich 225 Milliarden Dollar, basiert. Bei den globalen MSCI- und FTSE-Indizes dürfte der Anteil hingegen bei weniger als 0,1 Prozent liegen.Nachhaltige Fonds-Alternativen für die MoralischenAuch wenn der Anteil in den Depots der Anleger zunächst gering sein wird: Es gibt Gründe, die gegen ein Investment in Elon Musks SpaceX sprechen. Einerseits wären da moralische Bedenken. Schon bei dem E-Autobauer Tesla kamen damals einige Anleger auf die Idee, ein Investment aus ethischen Gründen vermeiden zu wollen. Ein Umweg über nachhaltige Produkte kam bei Tesla nicht infrage – in ESG-Produkten ist der E-Autobauer meist sogar stärker gewichtet als im Original. Doch für moralische Zweifler könnte das bei SpaceX zumindest vorerst eine Option sein.Sowohl bei MSCI als auch bei FTSE gelten die Fast-Track-Regeln für die nachhaltigen Indizes nicht. „Fast Entrants“ werden laut FTSE-Indexbetreiber LSEG zunächst in die Ausschlussliste für unvollständige Daten aufgenommen und aus der nachhaltigen Choice-Indexserie ausgeschlossen, „bis die Recherche abgeschlossen ist“. Wie lange die Recherche dauert, ist jedoch unklar. Ähnliches gilt auch für die nachhaltigen Indizes von MSCI. Ein ETF auf den FTSE Global All Cap Choice Index (ISIN: IE00BNG8L278) oder den MSCI World Low Carbon SRI Selection Index (ISIN: IE00BZ02LR44) könnte daher zunächst eine Alternative sein.SpaceX-Aktie Die Zahlen, über die Elon Musk vor dem Börsengang lieber nicht spricht KI-Rechenzentren im All, Kolonien auf dem Mond: Über Visionäres hat Musk vor dem SpaceX-Börsengang viel gesprochen. Wichtiger für die Zukunft dürften diese Zahlen sein. von Andreas MennOb SpaceX nach der Überprüfung – frühestens zur nächsten Indexanpassung Ende August – in die nachhaltigen Indizes aufgenommen wird, ist ebenfalls unklar. Indexanbieter legen ihre eigenen ESG-Kriterien fest. MSCI und LSEG ließen die Nachfrage, ob SpaceX in den nachhaltigen Produkten enthalten sein wird, unbeantwortet. Die militärischen Verflechtungen könnten jedoch für einige nachhaltige Produkte als Ausschlusskriterium gelten – Waffen sind jedoch längst nicht mehr in allen ESG-Produkten ausgeschlossen. Eine Alternative könnten sonst aktive Artikel-9-Fonds sein, die die strengsten Nachhaltigkeitsregelungen haben.Mit Short-Zertifikaten ein Investment vermeidenFür diese Anleger kommt eine Short-Position infrage. Da die Aktie derzeit nicht handelbar ist, gibt es logischerweise auch noch keine Short-Zertifikate. Doch auch das ist nur eine Frage der Zeit. Anhand eines Faktor-Shorts lässt sich das Vorgehen bereits ohne konkrete Produkte und Preise gut illustrieren.Bei einem Faktor-Short partizipieren Anleger direkt an der Kursentwicklung des Basiswerts. Dort gibt es verschiedene Hebel, etwa mit dem Faktor eins oder zwei. Das bedeutet: Sinkt der Kurs von SpaceX an einem Tag um fünf Prozent, steigt die Short-Position mit dem Faktor eins um fünf Prozent, die mit dem Faktor zwei um zehn Prozent.Da sich die Entwicklung immer auf die Tagesperformance bezieht, können der Kurs der Aktie und der des Faktor-Shorts schnell auseinanderdriften – insbesondere wenn die Schwankungsbreite (Volatilität) hoch ist. Fachleute sprechen dabei von einer „Pfadabhängigkeit“.Zumindest theoretisch könnten Anleger so versuchen, den SpaceX-Anteil im Index monetär auszugleichen. Da sich die Gewichtung der Einzelwerte im ETF regelmäßig ändert und die Pfadabhängigkeit besteht, müsste die Position jedoch regelmäßig überprüft und angepasst werden. Das ist für Privatanleger wegen des hohen Aufwands praktisch nicht möglich. Wenn Anleger auf fallende Kurse setzen wollen, wäre eine realistische Alternative, einfach eine kleine Short-Position aufzubauen.Anleger sollten sich der Risiken solch komplexer Produkte jedoch bewusst sein. Falls die Kurse nicht wie erwartet sinken, droht ihnen schlimmstenfalls ein Totalverlust.Dieser Text stammt aus dem WirtschaftsWoche-Newsletter BörsenTag – Ihr täglicher Filter für das Börsenrauschen. Von Montag bis Freitag bringt die Redaktion immer nachmittags das Marktgeschehen auf den Punkt – mit einer Beobachtung, die den Unterschied macht. Hier können Sie den Newsletter bestellen: wiwo.de/boersentag Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick Anzeige Gutscheine Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen Anzeige Weiterbildung Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick