Auf dem Times Square ist nichts los, in den den Vierteln jenseits der großen Touristenhotelmeilen umso mehr. Dort feiern die Menschen aus Mexiko und Puerto Rico.
Es ist ungewöhnlich still am Times Square an diesem Mittwoch vor dem ersten Spiel der Fußball-WM. Der große Platz an der Kreuzung von Broadway und Seventh Avenue, an dem sonst zwischen Touristenhorden und genervten Büroangestellten kein Durchkommen ist, ist für New Yorker Verhältnisse leer. Ein einsamer Spiderman zwängt sich in sein Kostüm, um sich für Geld mit Touristen fotografieren zu lassen. Ein Dutzend Männer in roten Hemden versucht verzweifelt Stadtrundfahrten im Doppeldeckerbus loszuwerden. Der Kiosk mit Last-Minute-Tickets für Broadway-Shows ist verwaist.
Zwei junge Männer mit englischem Akzent und rotweißen Trikots sprechen Passanten an und bitten sie, für ihren Instagramkanal eine Frage zu beantworten. Welches Land sie denn anfeuern würden, wenn es nicht das eigene ist. Eine Familie in Brasilien-Trikots bleibt stehen, doch eine Antwort fällt ihnen nicht ein. Eine andere Mannschaft als Brasilien? Was?
Der große Pelé-Shop ein paar Schritte entfernt, im heute nur schwach pochenden Herz New Yorks, ist ebenfalls verlassen. Auf einer Leinwand im hinteren Teil des Ladens läuft das Viertelfinale von 2022 zwischen Argentinien und Holland. Auf den Stufen davor sitzen nur zwei Angestellte des Ladens. Ich solle unbedingt wiederkommen, wenn es losgeht, sagen sie mir dringlich.












