PfadnavigationHomeRegionalesThüringenHochschulen bereiten sich auf Kooperationen vorStand: 08:13 UhrLesedauer: 3 MinutenNicht nur in Thüringen, sondern auch in anderen Bundesländern müssten die Hochschulen auf absehbare Zeit mit weniger Ressourcen auskommen, sagt Kai-Uwe Sattler. Quelle: Michael Reichel/TU Ilmenau/dpaDie Demografie und die leeren öffentlichen Kassen werden die Hochschulen zu Veränderungen zwingen. In einigen Gremien wird bereits über mehr Kooperationen nachgedacht – aber nicht über Fusionen.Die Universitäten und Fachhochschulen in Thüringen stellen sich darauf ein, in den nächsten Jahren noch enger zu kooperieren als bislang. «Den Hochschulpräsidenten ist klar, wie die Situation ist, sowohl was die finanzielle, als auch was die demografische Perspektive betrifft», sagte der Vorsitzende der Thüringer Landespräsidentenkonferenz, Kai-Uwe Sattler, der Deutschen Presse-Agentur.Nicht nur in Thüringen, sondern auch in anderen Bundesländern müssten die Hochschulen auf absehbare Zeit mit weniger Ressourcen auskommen. Alle seien sich bewusst darüber, dass das Hochschulsystem gerade auch in Thüringen «nicht mehr auf einem ständigen Wachstumskurs ist». «Deshalb sind sich natürlich alle im Klaren darüber, dass man sich da irgendwie bewegen muss, keine Frage.»Dass einzelne Thüringer Universitäten oder Fachhochschulen – die inzwischen oft als «Hochschulen für angewandte Wissenschaften» bezeichnet werden – in absehbarer Zeit miteinander fusionieren werden, hält Sattler allerdings für sehr unwahrscheinlich. «Fusionen sind kein Thema», sagte er. Denkbar seien aber verstärkte Kooperationen entweder in der Verwaltung der verschiedenen Hochschulen, also etwa bei den Bibliotheken oder bei der IT. Aber auch bei Forschung und Lehre würden bereits auf verschiedenen Ebenen Möglichkeiten zu einer engeren Vernetzung besprochen.Gemeinsame Studiengänge?Nach Angaben Sattlers wird zum Beispiel zwischen verschiedenen Hochschulen darüber gesprochen, ob sie nicht bestimmte Studiengänge gemeinsam anbieten sollten oder ob sich Professoren an einzelnen Hochschulen assoziieren ließen, wenn eine Hochschule entscheide, eine bestimmte Professur nicht mehr zu besetzen. Das könne eine Möglichkeit sein, ein bestimmtes Studienangebot an einer Einrichtung trotz sinkender Personalressourcen aufrechtzuerhalten, sagte Sattler.Für die Hochschulpräsidenten sei bei allem aber immer die Überzeugung bestimmend, dass Kooperationen einen echten Mehrwert bieten müssten. Die beteiligten Hochschulen müssten so entweder mehr leisten können als bisher oder sie müssten ihre bisherigen Angebote mit weniger Ressourcen aufrechterhalten können, sagte Sattler. «Kooperation ist kein Selbstzweck.»Zahlen bereits rückläufigWie die Thüringer Kindergärten heute schon, werden sich bald auch die Thüringer Hochschulen damit auseinandersetzen müssen, dass sie von deutlich weniger Menschen besucht werden als in der Vergangenheit. Die Geburtenzahlen in Thüringen sind zuletzt stark zurückgegangen, was in einigen Jahren dazu führen dürfte, dass an den Universitäten und den Hochschulen für angewandte Wissenschaften bald viel weniger Menschen eine höhere Bildung absolvieren werden.In den vergangenen Jahren waren die Studierendenzahlen an mehreren Thüringer Universitäten und Fachhochschulen bereits rückläufig. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Beispiel waren nach Daten des Landesamtes für Statistik im Wintersemester 2024/2025 etwa 16.000 Studierende eingeschrieben, darunter etwa 2.400 Studierende aus dem Ausland. Zum Wintersemester 2019/2020 waren es noch etwa 17.000, fünf Jahre zuvor sogar etwa 18.300.An der Technischen Universität Ilmenau ist die Lage ähnlich. Dort waren im Wintersemester 2024/2025 nach den Daten der Statistiker noch etwa 4.100 Studierende eingeschrieben, fast die Hälfte davon kam aus dem Ausland. Im Wintersemester 2014/2015 lag die Studierendenzahl dort noch bei etwa 6.700 jungen Menschen, etwa 15 Prozent von ihnen hatten damals keinen deutschen Pass.dpa-infocom GmbH