Extrem große Windradturbinenteile transportieren, Ersatzteile pünktlich zu abgelegenen Windparks liefern, Batterien sicher lagern und befördern: Der in Bonn ansässige Logistikkonzern DHL wächst mit der Logistik für erneuerbare Energien kräftig. Er will seinen Umsatz in dem Bereich bis 2030 verfünffachen und hat jetzt seine entsprechende Strategie konkretisiert.„Die Energietransformation ist politikunabhängig geworden“, sagte DHL-Chef Tobias Meyer am Donnerstag auf der „New Energy Conference“ des Unternehmens in Schiphol in den Niederlanden. Das Thema habe zwar „die Schlagzeilen ein bisschen verlassen“, und die Stimmung sei „stärker von den Tweets bestimmter Personen beeinflusst“. Damit dürfte Meyer die häufigen Kommentare des amerikanischen Präsidenten Donald Trump gegen erneuerbare Energien gemeint haben. Diese Energien würden jedoch „auf jeden Fall“ an Bedeutung gewinnen, weil sie „ökonomisch einfach sinnvoll“ seien.Im vergangenen Jahr hat der in Bonn ansässige Konzern seinen Umsatz mit Logistikdienstleistungen rund um die erneuerbaren Energien von 400 Millionen Euro auf 600 Millionen Euro gesteigert. Die künftigen Ziele bleiben ehrgeizig: Im Jahr 2030 will DHL in dem Bereich einen Jahresumsatz von mehr als drei Milliarden Euro erwirtschaften. Das bekräftigte der Konzern am Donnerstag.Verlässlichkeit in unsicheren ZeitenDass eine politische Rückbesinnung auf fossile Energieträger derzeit in vielen Ländern Europas und der Welt Zuspruch erhält und der Ausbau der erneuerbaren Energien wie auch der Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft stockt, lässt das Unternehmen dabei kalt. Im Gegenteil: Angesichts der Kriege in Iran und in der Ukraine und der damit verbundenen Risiken in der Versorgung mit fossilen Energieträgern sieht sich DHL in seinen Ambitionen bestätigt. Rund drei Viertel der Weltbevölkerung lebten in Ländern, die auf importierte fossile Energieträger angewiesen und damit anfällig für geopolitisch bedingte Versorgungsstörungen seien. Erneuerbare Energien böten hier die Lösung.Experten stützen diese These. Campbell Keir, der Präsident der Internationalen Energiehandelsvereinigung Energy Industries Council, sagte auf der Konferenz: „Versorgungssicherheit hat gerade oberste Priorität.“ Die erneuerbaren Energien seien daher extrem im Aufwind. Sie böten – wie die Kernenergie – die gefragte Verlässlichkeit und seien preislich wettbewerbsfähig. Ihr Wachstum werde etwa vom Ausbau der Datencenter und Batteriespeicher getrieben.DHL-Chef Meyer sagte: „Die Energiewende erfolgt nicht durch eine einzelne Technologie oder eine einzelne Lieferkette. Sie ist ein Gefüge aus verschiedenen Bausteinen, die Länder bei der Transformation unterstützen.“ DHL verfüge über die Kompetenzen, die dafür nötigen neuen Lieferketten auf der ganzen Welt umfassend aufzubauen.Schnelle Ersatzteillieferungen an abgelegene OrteKonkret möchte der Konzern unter anderem einen neuen schnellen Ersatzteillieferservice in zunächst 22 Ländern etablieren – zum Beispiel wenn Windparks an abgelegenen Orten instand gesetzt werden sollen und Komponenten zum Teil binnen Stunden an die dortigen Ingenieure geliefert werden müssen.In Holtum in den Niederlanden baut DHL einen neuen Batteriekontenpunkt. Hier geht es um die sichere und regelkonforme Lagerung und den Weitertransport von Elektroautobatterien und Batterieenergiespeichersystemen. Das 17.000 Quadratmeter große Umschlagzentrum soll Anfang 2027 eröffnet werden.Darüber hinaus hat DHL in Meung-sur-Loire in Frankreich ein neues Exzellenzcenter für Elektroautos eröffnet. Dort managt der Konzern Wareneingang, Lagerung, Rücknahme und Recycling von Batterien. Noch in diesem Jahr sollen ähnliche Zentren in Indien und Peru hinzukommen.
DHL sieht erneuerbare Energien als „politikunabhängig“
Im Bereich Erneuerbare-Energien-Logistik will der DHL-Konzern seinen Umsatz bis 2030 auf drei Milliarden Euro im Jahr verfünffachen. Der Konzern setzt auf die Dauerhaftigkeit der Energiewende.












