Die Behauptung, dass sich die Expansion des Universums gar nicht beschleunigt, sondern sogar verlangsamt, beruht auf einem „wissenschaftlichen Missverständnis“ und wurde widerlegt. Das sagt ein renommiertes Forschungsteam, das die im Herbst publik gemachte Behauptung überprüft hat und jetzt zurückweist. Das Forschungsteam aus Südkorea hat demnach Fehler bei der Ermittlung des Alters von Sternen gemacht, die an ihrem Ende in einer bestimmten Art von Supernova explodiert sind.
Auch die Ermittlung der Masse von Galaxien verlief demnach nicht korrekt: „Die bisherigen, allgemein anerkannten Messungen waren in der Tat korrekt, und unser derzeitiges Verständnis vom Schicksal des Universums ist nach wie vor fundiert“, meint Forschungsleiter Phil Wiseman.
Lebenswerk verteidigt
Das Forschungsteam um Chul Chung von der Yonsei University in Seoul hat im November behauptet, dass die sogenannten Supernovae des Typs Ia keine konsistente Helligkeit haben. Das hätte weitreichende Konsequenzen für die Astronomie, denn diese Konsistenz ist eine Grundlage für kosmische Distanzmessungen. Supernovae des Typs Ia gelten als sogenannte Standardkerzen, weil man davon ausgeht, dass sie vorhersehbar ablaufen und eine konsistente Helligkeit haben. Deshalb wurden sie systematisch für kosmische Distanzmessungen über große Entfernungen herangezogen. Hätte das Team aus Südkorea recht gehabt, hätte es dabei seit Jahrzehnten einen systematischen Fehler gegeben, wodurch sich das grundlegende Bild unseres Universums geändert hätte.








