Auch Alpha-Tiere haben es nicht unbedingt leicht. Das geht aus einer neuen Studie der Humboldt-Universität hervor. Ungleichheit zieht dieser zufolge nicht nur bei Menschen ungleichheitsmindernde Verhaltensweisen (Kritik, Spott, Ungehorsam oder sogar die Vertreibung oder Hinrichtung von Mächtigen) nach sich, sondern auch in Tiergesellschaften. „Wenn mächtige Tiere aggressives Verhalten an den Tag legen, um sich einen besseren Zugang zu Nahrung oder Paarungspartnern und -partnerinnen zu verschaffen, können andere Gruppenmitglieder mit Ausgleichsverhalten reagieren“, sagt Danai Papageorgiou, Verhaltensbiologin und Leiterin der Emmy-Noether-Gruppe „Aufrechterhaltung des Machtgleichgewichts in Tiergesellschaften“ an der HU.

Dieses internationale Team von Forschenden hat diese erste theoretische Studie zum Konzept des ausgleichenden Verhaltens in der Fachzeitschrift Trends in Ecology and Evolution veröffentlicht. Und sie haben sich mit dem Ausgleichsverhalten in wirklich vielen und ganz unterschiedlichen Tiergesellschaften beschäftigt: Vögel, Primaten, Kleinsäuger und auch Wirbellose. Was sie entdeckten, ist ein breites Spektrum an Ausgleichsverhalten, „das zwar unterschiedlich aussehen mag, aber auf ähnliche Weise funktioniert“, berichtet Danai Papageorgiou. „Überraschend war die starke Überschneidung zwischen verschiedenen Kategorien des tierischen Ausgleichsverhaltens und denen, die aus kleinen menschlichen Gesellschaften bekannt sind.“