PfadnavigationHomePolitikAuslandTrump unter Druck„Das ist ein riesiges Problem“, soll J.D. Vance bei der Epstein-Krisensitzung gesagt habenStand: 10:38 UhrLesedauer: 4 MinutenVizepräsident J.D. VanceQuelle: Tierney L. Cross/Pool The New York Times/AP/dpaDie Epstein-Affäre soll laut einem Bericht der „New York Times“ das Team um US-Präsident Trump in Panik versetzt haben. Ein Teilnehmer der Beratungen spricht von einer „surrealen“ Debatte.Nach außen gab sich US-Präsident Donald Trump in der Epstein-Affäre gelassen. Hinter den Kulissen rotierte jedoch sein Team, um den politischen Schaden abzuwenden. Zwischendurch habe der Berater-Zirkel im Weißen Haus sogar befürchtet, der Skandal um Epstein könne die Maga-Bewegung spalten, wie die „New York Times“ (NYT) berichtet. Geschildert wird unter anderem eine Krisensitzung im Situation Room des Weißen Hauses. Dort soll Vizepräsident J.D. Vance die Lage mit drastischen Worten beschrieben haben: „Das ist ein riesiges Problem“, sagte er demnach zu Trumps engsten Beratern.Die Szene stammt aus dem Vorabdruck des Buches „Regime Change: Inside the Imperial Presidency of Donald Trump“ der „NYT“-Reporter Maggie Haberman und Jonathan Swan. Für ihre Recherchen haben die Autoren nach eigenen Angaben zahlreiche Gespräche mit Personen aus dem Umfeld des Präsidenten geführt. Ausgelöst worden war die Krise laut dem Bericht zufolge durch die wachsende Empörung in Teilen der Maga-Bewegung über die sogenannten Epstein-Akten. Denn Anfang Juli 2025 hatten das US-Justizministerium und das FBI erklärt, bei ihrer Prüfung keine geheime „Kundenliste“ prominenter Männer gefunden zu haben.Lesen Sie auchDoch statt die Debatte zu beenden, löste die Erklärung eine neue Welle der Empörung im Maga-Lager aus. Denn die Epstein-Affäre galt Trumps Basis jahrelang als Beleg für ein vermeintlich korruptes Establishment, das die Wahrheit verberge. Trump hatte gerade im Wahlkampf dieses Narrativ immer wieder befeuert und echte Aufklärung versprochen. „Ich würde sie mir sicherlich ansehen“, hatte Trump etwa über diese vermutete Liste gesagt. „Ich hätte kein Problem damit.“Vance soll Erzwingung von Veröffentlichung angekündigt habenLaut „New York Times“ versammelten sich nach der Amtsübernahme Trumps dann im Juli 2025 hochrangige Regierungsvertreter im Situation Room des Weißen Hauses, um über die politische Krise zu beraten. Neben Vance nahmen unter anderem Stabschefin Susie Wiles, die damalige Justizministerin Pam Bondi, FBI-Direktor Kash Patel sowie mehrere Spitzenberater Trumps teil. Insbesondere Vance soll dabei gewarnt haben: „Der Kongress wird die Veröffentlichung der Akten am Ende ohnehin erzwingen.“ Vance habe deshalb darauf gedrängt, sämtliche Epstein-Unterlagen freizugeben. Wenn die Dokumente freiwillig veröffentlicht würden, könne die Regierung zumindest Anerkennung für Transparenz erhalten. „Besser, wir reißen das Pflaster ab und machen weiter“, soll er argumentiert haben. Dazu gehörten auch unangenehme Informationen über Donald Trump. Die Vorwürfe würden ohnehin ans Licht kommen, habe Vance gewarnt. „Wenn wir sie zuerst veröffentlichen, zeigt das guten Willen und nimmt den Verschwörungstheorien den Sauerstoff“, zitieren die Autoren einen Berater. Am 19. November 2025 trat schließlich tatsächlich der „Epstein Files Transparency Act“ in Kraft. Daraufhin veröffentlichte das Justizministerium erste Dokumente. Die größte Aktenfreigabe aus den Ermittlungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein folgte schließlich Anfang 2026 mit mehr als 3,5 Millionen Seiten. Lesen Sie auchEine weitere kontroverse Idee des Trump-Krisenteams betraf Ghislaine Maxwell, Epsteins langjährige Vertraute und Mitverschwörerin, die inzwischen eine langjährige Gefängnisstrafe verbüßt. Vance brachte laut dem Bericht sogar ins Spiel, Maxwell öffentlich zu Wort kommen zu lassen. Unter anderem wurde darüber diskutiert, ob Maxwell für ihre Kooperation eine Gegenleistung erwarten könnte. Begnadigung Maxwells „gewaltiges PR-Problem“Kommunikationschef Steven Cheung warnte jedoch eindringlich vor einer Begnadigung als Gegenleistung: „Eine Begnadigung von Maxwell, einer Menschenhändlerin junger Mädchen, würde ein gewaltiges PR-Problem schaffen.“ Auch James Blair, der Vize-Stabschef, hielt nichts davon: „Wenn wir Ghislaine Maxwell irgendeine Vergünstigung gewähren und sie sich dann umdreht und nette Dinge über uns sagt, wird das die gesamte Aussage entwerten.“Besonders heikel wurde es in der Debatte laut den Autoren, als es um E‑Mails ging, in denen angeblich Trumps sexuelle Vorlieben thematisiert wurden. Ein Teilnehmer der Beratungen beschrieb es später als „surreal“, dass im sichersten Besprechungsraum des Weißen Hauses „über Nippel“ gesprochen worden sei. Ein anderer Regierungsvertreter warnte: „Sie werden daraus einen riesigen Skandal machen, obwohl es nicht wahr ist und jeder das weiß.“kami
Trump unter Druck: „Das ist ein riesiges Problem“, soll J.D. Vance bei der Epstein-Krisensitzung gesagt haben - WELT
Die Epstein-Affäre soll laut einem Bericht der „New York Times“ das Team um US-Präsident Trump in Panik versetzt haben. Ein Teilnehmer der Beratungen spricht von einer „surrealen“ Debatte.






