Die Mainzer haben sich in den vergangenen zehn Jahren redlich Mühe gegeben, ihr weltweit bekanntes Gutenberg-Museum durch eine grundlegende Modernisierung aufzuwerten. Womöglich waren aber zu viele Köche am Werk. Und leider kamen in Stadt, Land und Bund dann auch noch etliche Wahlen hinzu. So mussten erst einmal neue Koalitionen geschmiedet und Verträge geschlossen werden. Selbst auf rheinland-pfälzischer Ebene ist das vor großen Veränderungen stehende Weltmuseum der Druckkunst, in dem mit Johannes Gutenberg an den 1998 gekürten Man of the Millennium erinnert wird, dabei offenbar kein Thema gewesen. Und in Berlin wird Schwarz-Rot freiwillig wohl kaum darüber nachdenken, wie man den Mainzern bei ihrem Museumsumbau oder der Trägerschaft am besten unter die Arme greifen kann.Mehr versprochen als erreichtDoch auch in Mainz, wo die frühere Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) mehr versprochen als erreicht hat, ist mit Blick auf noch immer fehlende Konzepte seit der Kommunalwahl von 2024 nicht viel passiert – und das bei wechselnden Zuständigkeiten. Nun soll Claudia Siebner von der CDU ihren Parteifreund Ludwig Holle beerben und sich fortan ehrenamtlich ums Weltmuseum kümmern. Bei alledem fällt es schwer, gerade auf den parteilosen Oberbürgermeister Nino Haase zu hoffen, der 2018 als erklärter Bibelturm-Gegner ja mit für das Scheitern der ursprünglichen Aus- und Umbaupläne verantwortlich war.So gesehen, ist es richtig und wichtig, dass sich die von engagierten Bürgern getragene Gutenberg-Stiftung bisweilen zu Wort meldet. Wenngleich manche Befürchtung, wie jene, dass das Interim letztlich zur Dauerlösung werden könnte, schon etwas überzogen scheint. Man muss es auch nicht schlechtreden: Einiges ist in den vergangenen Jahren, also nach dem Bibelturm-Abenteuer, ja durchaus erreicht worden. Die damals nur grob ermittelten Umbaukosten werden aktuell mit 90 Millionen Euro ziemlich klar beziffert. Dringlich ist jetzt, ein passendes Trägermodell zu finden und für die erforderlichen Betriebskosten von jährlich rund vier Millionen Euro zu sorgen.In gut einer Woche beginnt in Mainz nun erst einmal die viertägige Johannisnacht zu Ehren des berühmtesten Sohnes der Stadt. Die soll und darf ausgiebig gefeiert werden. Danach aber wäre es für die Verantwortlichen in Stadt und Land an der Zeit, im Namen Gutenbergs endlich Nägel mit Köpfen zu machen.
Museumsneubau in Mainz: Gut wäre mehr Geld für Gutenberg
Das weltbekannte Gutenberg-Museum umzubauen und fortan alleine zu betreiben, ist für die Stadt Mainz eine Nummer zu groß. Dafür braucht es Partner.









