PfadnavigationHomePolitikDeutschland„High-Level-Dialog“Deutschland führt geheime Gespräche mit Trumps Administration über MedikamentenpreiseVon Hans von der Burchard, Louis WestendarpStand: 09:00 UhrLesedauer: 2 MinutenUS-Präsident Donald TrumpQuelle: Getty Images/Kevin DietschBereits seit mehreren Monaten laufen geheime Gespräche zwischen Berlin und Washington zu Medikamentenpreisen. Brüssel will wissen, was da läuft.Die Bundesregierung befindet sich seit mehreren Monaten in streng vertraulichen Verhandlungen mit dem US-Gesundheitsministerium über Medikamentenpreise, wie das Nachrichtenportal „Politico“ unter Berufung auf drei mit den Gesprächen vertraute Personen berichtet.Hintergrund des „High-Level-Dialogs“ des Gesundheits- und Wirtschaftsministeriums mit der US-Administration ist eine Forderung von Präsident Donald Trump, dass Deutschland und andere europäische Länder höhere Medikamentenpreise zahlen sollen. Washington kritisiert, dass die USA mit ihren höheren Preisen die Forschung und Entwicklung neuer Arzneimittel finanzierten, während Europa davon als Trittbrettfahrer profitiere.Lesen Sie auchWashington übt in den Gesprächen deshalb Druck auf Berlin aus, da die Preise für patentgeschützte Arzneimittel hierzulande deutlich niedriger sind als in den USA. „Wir subventionieren die Gesundheitsversorgung anderer, die nur einen Bruchteil dessen bezahlt haben, was wir zahlen“, sagte Trump im vergangenen Jahr. Patent-Arzneimittel kosten dort im Schnitt fast dreimal so viel wie hier.Die Bundesregierung lehnt eine pauschale drastische Erhöhung der Arzneimittelpreise angesichts des Milliardendefizits in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) jedoch ab. Stattdessen will sie mit den USA Lösungen erkunden, wie hierzulande mehr in Forschung und Entwicklung investiert werden kann.Auch die EU hat Interesse am Inhalt der Gespräche. Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi ist an diesem Dienstag in Berlin, wo er unter anderem mit Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und im Kanzleramt mit dem Europaberater von Friedrich Merz (CDU), Michael Clauß, sprechen wird. Großbritannien hat bereits ein Pharma-Abkommen mit den USA geschlossen, das britischen Herstellern den zollfreien Export von Arzneimitteln in die USA garantiert. Im Gegenzug soll das staatliche Gesundheitssystem, der NHS, mehr für US-Medikamente ausgeben. Auf „Politico“-Anfrage wollten sich weder das Gesundheits- und Wirtschaftsministerium noch das US-Gesundheitsministerium äußern. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte lediglich zu Várhelyis Besuch, dabei gehe es um eine „Reihe von derzeit auf EU-Ebene diskutierten Themen“.Hans von der Burchard ist Senior Playbook Author bei „Politico“.Louis Westendarp ist Reporter beim Pro-Newsletter Gesundheit von „Politico“.
Deutschland führt geheime Gespräche mit Trumps Administration über Medikamentenpreise - WELT
Bereits seit mehreren Monaten laufen geheime Gespräche zwischen Berlin und Washington zu Medikamentenpreisen. Brüssel will wissen, was da läuft.






