PfadnavigationHomeSportFußballWMNationalmannschaft„Man bestreitet so ein Turnier nicht, um Dritter zu werden“Stand: 22:41 UhrLesedauer: 3 MinutenVor dem WM-Auftakt spricht DFB-Sportdirektor Rudi Völler über die Ziele der deutschen Nationalmannschaft. „Wir wollen weit kommen“, sagt Völler.David Raum hat seinen Stammplatz in der Nationalmannschaft verloren. Dennoch gibt sich der Linksverteidiger kämpferisch – und wird deutlich, als WELT ihn fragt, wie weit Deutschland bei der WM kommen kann.Es waren Worte, die überstrapaziert worden sind. Von „Rollen“ war zuletzt so oft die Rede, wann immer es um die Positionen in der deutschen Nationalmannschaft ging. Von „Rollenverteilung“, vom „Rollenverteiler.“ Julian Nagelsmann, der Bundestrainer, kommunizierte das offen. Das Ziel war es, Unruhe zu vermeiden, indem Spieler ihre Plätze als Stammkraft, Herausforderer oder Joker akzeptierten.Wie schnell sich Dinge wieder ändern können, hat David Raum nun erfahren. In der WM-Qualifikation war der Kapitän von RB Leipzig bei Nagelsmann hinten links in der Vierer-Abwehrkette gesetzt, also eine Stammkraft. Dann aber war er angeschlagen, was Nathaniel „Nene“ Brown von Eintracht Frankfurt für sich nutzte. Brown spielte in den vergangenen drei Länderspielen (Ghana, Finnland, USA) von Beginn an. Auch im ersten Gruppenspiel gegen Curacao am Sonntag (19 Uhr/ARD und MagentaTV sowie im WELT-Liveticker) wird er in der Startelf erwartet. Lesen Sie auchKein Problem für David Raum. „Nene macht es sehr, sehr gut“, lobte er den 22 Jahre alten Brown am Mittwoch: „Er spielt in Frankfurt sehr offensiv und macht das herausragend. Ich hatte körperliche Probleme, komme aber immer besser in Fahrt. Ich werde immer fitter.“„Im Training ist eine geile Intensität“, sagt Raum Raum sagte zudem: „Wir sind zwei unterschiedliche Spielertypen. Obwohl Frankfurt in der Liga Schwierigkeiten hatte, hat er es sehr gut gemacht.“ Raum betonte, dass er seine neue Rolle akzeptiere. „So ein Turnier ist lang. Ob auf dem Platz oder daneben – ich werde alles geben. Selbst wenn ich am Anfang nicht starte, weiß die Mannschaft, dass sie sich auf mich verlassen kann. Und der Julian weiß das auch.“Auf die Frage von WELT, wie weit es die Mannschaft bringen kann bei der WM, sagte der 37-malige Nationalspieler: „Die Mischung aus älteren und jungen Spielern stimmt. Julian legt großen Wert auf Teamdynamik. Im Training ist eine geile Intensität. Wir haben Spaß auf dem Platz. Mit dem Team und dem Team ums Team, das auch fantastisch ist, sind die Vorzeichen sehr gut, weit zu kommen. Und wenn wir ganz ehrlich sind: Man bestreitet so ein Turnier nicht, um Dritter zu werden. Wir sind Deutschland und wir haben Ansprüche an uns. Wenn man in ein Turnier geht, will man das Maximum.“Lesen Sie auchEin Beispiel dafür, wie wichtig ein jeder Spieler auch außerhalb des Platzes sein kann, lieferte David Raum übrigens schon. Als die deutsche Mannschaft am Dienstagvormittag in Winston-Salem trainierte, stach neues Hightech-Werkzeug ins Auge – eine hydraulische Freistoßmauer. Lesen Sie auchDer Verband hat der Anlage das Design eines Nationalspielers mit Trikot und Hose verpasst. Einige europäische Klubs schwören bereits auf das Gerät, darunter Real Madrid – und auch Bundesligaklub RB Leipzig, Raums Arbeitgeber. Mads Buttgereit, beim Nationalteam für die Standards verantwortlich, erkundigte sich bei Raum nach dem Gerät. Denn auf dem Weg zum Titel könnten Standards wichtig sein.Als David Raum am Mittwoch in Winston-Salem auf Bundestrainer Nagelsmann angesprochen wurde, sagte er, dass dieser so wie immer sei. „Er hat einfach Bock, er will es so angehen, dass wir das Ding gewinnen. Er will das Maximum aus uns herausholen.“Julien Wolff und Lars Gartenschläger sind Redakteure im Sportkompetenzcenter. Sie berichten für WELT seit vielen Jahren über die Nationalmannschaft. Seit einer Woche sind sie für die Redaktion in den USA und schreiben von dort aus über die WM-Vorbereitung der deutschen Auswahl.