Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Die Berliner Zeitung gibt allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.
Die „Schmetterlinge“ waren zuerst da. Pech für die Lehrerin und den Vater, der an diesem Vormittag zum Elterngespräch gekommen ist. Beide hatten die Schulbibliothek Seitenreich im Auge – „weil es ein wohltuend anderer Raum ist“ in der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule Charlottenburg. Eine Oase zwischen Klassenzimmern.
Die Erwachsenen schließen mit wehmütigem Blick leise wieder die Tür, die Grundschulklasse „Schmetterlinge“ schmökert ungestört weiter. Über mangelnde Nachfrage kann sich Katrin Herzberg nicht beklagen. Die Pädagogin betreut die Schulbibliothek. Dafür freigestellt ist sie nicht. Trotzdem ist das Seitenreich täglich geöffnet und meistens besetzt.
Hat Katrin Herzberg Unterricht, halten entweder eine Erzieherin aus dem Ganztag oder Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe die Bibliothek offen. Die Jugendlichen helfen im Rahmen des Fachs „Soziale Verantwortung“. Ihre Mentorin ist Honorarkraft, die dann Aufsicht im Seitenreich hat.
Die Schulbibliothek zählt rund 2500 Bücher. In den Regalen stehen viele aktuelle Titel, die Ausgaben sind gepflegt und werden augenfällig präsentiert – auf Serviettenhaltern. Ein Hack der Schulbibliothekarin: „Da kostet bei Ikea das Stück 80 Cent.“ Fehlt noch ein digitales Ausleihsystem. „Bisher arbeiten wir mit Karteikarten“, schildert Katrin Herzberg, „die Software ist bestellt und geliefert, unsere IT hatte nur noch keine Zeit zur Installation.“ Spätestens zum neuen Schuljahr, hofft sie, passiere das, „die Schülerinnen und Schüler warten ungeduldig. Die haben richtig Lust drauf, den Bestand zu digitalisieren und die Ausleihe zu machen.“









