Wolfram Weimer soll als Kulturstaatsminister die Pressefreiheit schützen. Nun muss er sich mit der Frage befassen, ob ausgerechnet seine Behörde journalistische Rechercheanfragen an das Unternehmen weitergegeben hat, an dessen Spitze er vor seinem Amtsantritt stand.

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert von Weimer deshalb Aufklärung. Anlass sind Recherchen zu Kontakten zwischen der Behörde des Kulturstaatsministers und der Weimer Media Group. DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster sagte, wen Journalisten im Rahmen von Recherchen kontaktierten und welche Fragen sie stellten, sei vom Redaktionsgeheimnis gedeckt. Der frühere Medienmanager Weimer müsse auch Recherchen über den heutigen Kulturstaatsminister Weimer schützen. Die Weiterleitung sei rechtswidrig.

Weimers Behörde und Weimers Unternehmen

Hintergrund ist eine Recherche der taz. Die Zeitung hatte unter Berufung auf interne Mails berichtet, dass sich der Sprecher von Weimers Behörde und der Sprecher der Weimer Media Group bei Antworten auf Presseanfragen zum umstrittenen Ludwig-Erhard-Gipfel abgestimmt hätten. Die Unterlagen hatte die taz nach einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Berlin auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes erhalten.