Damit wurde auch klar, wer für diese Gesellschaft einen Wert hat: Unternehmer, CEOs, Ingenieure, Wissenschaftler (sofern sie Naturwissenschaftler, Juristen, Ingenieurswissenschaftler und nicht etwa Vertreter von Orchideenfächern wie etwa Romanistik oder Sinologie sind). Später durfte sich auch der Facharbeiter hinzugesellen, sofern er in der richtigen Branche war.

Diese Selektion, wer für die Gesellschaft als wertvoll gelten sollte und wer nicht, wurde nun auch rhetorisch untermauert. Unternehmer waren nicht mehr nur Unternehmer, sondern "Unternehmer-Persönlichkeiten" – "Arbeiter-Persönlichkeiten" gibt es freilich nicht, denn der Arbeiter zeichnet sich durch seine Austauschbarkeit aus und hat daher keine Persönlichkeit (jedenfalls nicht in seiner Funktion).

Solange der Kuchen für die meisten groß genug ist, kann man über die Wortspielereien noch lächeln, doch wenn es um die Verteilung eines immer kleiner werdenden Kuchens geht, erhält die Ausgrenzung via Rhetorik eine neue Bedeutung. Hier beginnt die Spaltung von oben.

Ausgrenzung via Rhetorik

Die Rufe, den Gürtel enger zu schnallen, werden lauter. In der politischen Verkaufslehre gilt es als wenig elegant, wenn Forderungen nach Einschränkungen immer von denen kommen, die sich selbst nicht einschränken müssen – und auch nichts abgeben wollen. Also von wirtschaftsliberalen Politikern und Konzernlenkern.