Als Fixstern wurden früher die Lichter am Nachthimmel bezeichnet, die sich – anders als die Planeten – nicht bewegten. Heute weiß man: Auch die Sterne bewegen sich, nur war das wegen ihrer größeren Entfernung zur Erde für die Menschen lange nicht wahrnehmbar. Fix, fest, ist also kein Stern.Das gilt auch für den Opel Astra, der nach dem lateinischen Wort für Sterne oder ein Gestirn benannt ist. Auch wenn er seit Jahren im Stammwerk in Rüsselsheim gebaut wird, ist er dort nicht festgewachsen – seine Fertigung könnte auch ein anderer Standort im internationalen Produktionsnetzwerk des Mutterkonzerns Stellantis übernehmen.Dass dies mit Auslaufen des aktuellen Astra-Modells nicht passieren wird, sondern auch die nächste Generation des Kompaktklassewagens in Rüsselsheim gebaut werden soll, ist also keine Selbstverständlichkeit. Besonders überraschend ist die Nachricht aber auch nicht. Denn obwohl Stellantis-Chef Antonio Filosa auf dem viel beachteten Investorentag im Mai drastische Produktionskürzungen in Europa ankündigte – Werksschließungen erteilte er dort eine Absage. Dass auch Rüsselsheim Produktionsstätte bleibt, war damit klar – und eine Fortsetzung der Astra-Fertigung naheliegend.Trotzdem hat die Bekanntgabe des Zuschlags ans Opel-Stammwerk am Montag ein lautes Echo ausgelöst. Außer dem Opel-Management und dem für Hessen zuständigen Bezirksleiter der IG Metall sandten auch der Bundesvorstand der Gewerkschaft und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) ihre Glückwünsche. Durch die Belegschaft, so hört man, ging ein Seufzer der Erleichterung.Das zeigt, wie groß die Verunsicherung der Beschäftigten ist, nachdem im April der Abbau von weiteren 650 Stellen im Entwicklungszentrum angekündigt wurde und Stellantis einen Monat später bekannt gab, in Europa nur noch Kapazitäten für die Produktion von 3,85 Millionen Autos im Jahr betreiben zu wollen. Bislang sind die Kapazitäten auf 800.000 Fahrzeuge mehr ausgelegt. Ausgelastet sind sie aber schon lange nicht mehr.An den Abbauplänen ändert die Vergabe der neuen Astra-Generation an Rüsselsheim nichts. Für die Beschäftigten am Stammsitz, deren Zahl nächstes Jahr dann näher an 6000 als an 7000 liegen dürfte, bedeutet die Entscheidung dennoch eine gewisse Planungssicherheit. Denn der nächste Astra soll Ende dieses Jahrzehnts kommen, und vom Band laufen neue Modelle im Schnitt etwa sieben Jahre lang. Für die Navigation in einer schwierigen Zeit bietet der Astra damit eine gute Orientierung – auch wenn er, wie alle Sterne, nicht fix ist.
Der Opel Astra wird weiter in Rüsselsheim gebaut
Opel hat angekündigt, auch die nächste Generation des Astra in Rüsselsheim zu bauen. Für die Beschäftigten ist es die erste gute Nachricht seit Langem.











