„Warum reden wir eigentlich immer nur darüber, was schlecht läuft?“ Mit dieser Frage meldete sich ein Besucher aus Magdeburg gegen Ende einer Podiumsdiskussion des Deutschlandfunks im Theater Magdeburg zu Wort. Während auf dem Podium über Demokratiefrust, gesellschaftliche Spaltung und den Erfolg der AfD diskutiert wurde, hielt er dagegen: Sachsen-Anhalt habe sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm entwickelt, Deutschland gehöre zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Sein Einwurf traf einen Nerv. Denn zwischen Zukunftssorgen und Fortschrittserzählungen, zwischen Frust und Zuversicht bewegte sich an diesem Abend die zentrale Frage: Wohin steuert Sachsen-Anhalt vor der nächsten Landtagswahl?

Der Deutschlandfunk wollte dabei nicht nur auf Sachsen-Anhalt blicken, sondern auch diskutieren, ob die Entwicklungen im Land ein ostdeutscher Sonderfall oder Ausdruck eines gesamtdeutschen Trends sind. Die AfD war dabei allgegenwärtig – allerdings ausschließlich als Gegenstand der Debatte. Über sie wurde viel gesprochen, mit ihr jedoch nicht. Das lag allerdings nicht an einer gezielten Ausladung, denn auch andere Parteien waren auf dem Podium nicht vertreten.

Stattdessen diskutierten der parteilose Wittenberger Oberbürgermeister und Kirchentagspräsident Thorsten Zugehör, die Autorin und Journalistin Jana Hensel, der Journalist und Autor Hasnain Kazim sowie Ulrike Gatzemeier, Leiterin des Kompetenzzentrums Kommunale Konfliktberatung in Salzwedel. Dabei traten teils deutlich unterschiedliche Deutungen der aktuellen politischen Entwicklung zutage.