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Die Entertainment Software Association (ESA) fordert in einem Brief an den Justizausschuss des US-Senats wesentliche Änderungen am geplanten No Fakes Act. Der Spieleverband fürchtet, dass die Gesetzgebung auch auf Videospielfiguren angewendet werden könnte.

Der No Fakes Act soll erstmals ein bundesweites Recht auf Kontrolle über das eigene digitale Abbild und die eigene Stimme in den USA einführen. Im aktuellen Gesetzentwurf vom 20. Mai macht er Firmen und Einzelpersonen haftbar, wenn sie digitale Kopien von Personen ohne deren Zustimmung verbreiten. Plattformen haften zudem, wenn sie solche Inhalte wissentlich hosten.

In dem Schreiben an die Senatoren Chuck Grassley und Dick Durbin legt ESA-Präsident Stanley Pierre-Louis dar, warum der Entwurf die Spielebranche gefährde: Das Gesetz unterscheide nicht zwischen schädlichen Deepfakes und legitimen digitalen Abbildern wie Spielfiguren. Die ESA ist der US-Branchenverband der großen Spielepublisher.

Bereits in Kraft ist der „Take It Down Act“, der die vorsätzliche Verbreitung intimer Bilder und Videos ohne Zustimmung Betroffener auf Bundesebene unter Strafe stellt und ergänzend zum No Fakes Act wirken soll. Hinter dem Entwurf steht eine für US-Verhältnisse ungewöhnlich breite parteiübergreifende Koalition: Neben der Musikindustrie haben sich auch TikTok, YouTube, OpenAI und Disney für das Gesetz ausgesprochen. Die Spieleindustrie fehlt in dieser Liste.