Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk fordert eine Teilnahme seines Landes an allen Gesprächen über ein Ende des Ukrainekrieg. »Alle Vereinbarungen, an denen Polen nicht beteiligt ist, sind für Polen nicht bindend«, sagte Tusk am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Er sei sehr zurückhaltend gegenüber Ideen aus Westeuropa, so schnell wie möglich einen Dialog mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Ukraine zu beginnen.Der polnische Ministerpräsident zeigte sich zudem unzufrieden über das sogenannte E3-Format aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Dieses schließe andere europäische Verbündete der Ukraine aus. Er habe mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gesprochen, die über die Existenz dieses Formats ebenfalls nicht begeistert sei. In den kommenden Tagen solle jedoch ein Treffen zur Ukraine stattfinden, an dem neben Großbritannien, Deutschland und Frankreich auch Polen und Italien teilnehmen würden. Polen unterstützt das östliche Nachbarland in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg gegen die russischen Invasionstruppen finanziell sowie militärisch. Das Land gehört außerdem zu den Nato-Mitgliedern mit den höchsten Verteidigungsausgaben.
Ukraine-Gespräche: Donald Tusk kritisiert Friedrich Merz und fordert mehr Mitsprache
Wer entscheidet über Europas Kurs im Ukrainekrieg? In Polen fürchtet man, von Deutschland, Frankreich und Großbritannien an den Rand gedrängt zu werden. Premier Tusk warnt nun: Absprachen ohne sein Land seien für Warschau nicht bindend.













