Im Westen Afghanistans protestierten Menschen friedlich für Frauenrechte. Taliban-Einheiten gingen brutal dazwischen und nahmen auch Mädchen fest. Zeugen berichten von mindestens einem Toten.

09.06.2026, 20.22 Uhr

Afghanische Frauen im Tschador am 8. Juni in Herat

In der westafghanischen Provinz Herat haben Sicherheitskräfte der Taliban eine Demonstration für Frauenrechte gewaltsam aufgelöst. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Augenzeugenberichte.Die Proteste seien demnach ausgebrochen, als Sittenwächter versucht hätten, mehrere Frauen festzunehmen, weil sie sich angeblich nicht an die Kleiderordnung hielten. ‌Ein Mensch sei getötet, mehrere weitere Personen seien verletzt worden. Zudem seien Dutzende Menschen, darunter auch Mädchen, festgenommen worden. Die Taliban-Behörden äußerten sich zunächst nicht zu möglichen Opfern oder Festnahmen.

Der Leiter der Sittenpolizei in Herat, Scheich Asisur Rahman Al-Muhadschir, wies Berichte über Festnahmen wegen Verstößen gegen die Vorschrift zur ​Verschleierung zurück. Seine Inspektoren hätten lediglich Anleitungen gegeben und das Bewusstsein für den islamischen Hidschab geschärft, zitierte ⁠ihn die staatliche ⁠Nachrichtenagentur Bachtar.