Die Artemis-III-Crew steht fest: Zum ersten Mal ist ein Europäer am Nasa-Mondprogramm mit dabeiMit Artemis III will die Nasa künftige Mondlandungen vorbereiten. Einer der Astronauten an Bord wird der Italiener Luca Parmitano sein.09.06.2026, 20.01 Uhr3 LeseminutenDie Vier des Artemis-III-Programms stehen nun fest: Andre Douglas, Luca Parmitano, Randy Bresnik und Frank Rubio (von links).Bill Stafford / AP(dpa) Erstmals wird Europa mit einem eigenen Astronauten beim Nasa-Mondprogramm dabei sein – aber überraschenderweise ohne einen Deutschen: Nicht Alexander Gerst oder Matthias Maurer werden der erste ESA-Astronaut auf einer Artemis-Mission sein, sondern der Italiener Luca Parmitano. Der 49-Jährige sei einer der vier Raumfahrer bei Artemis III, sagte Jared Isaacman, Chef der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Artemis III soll 2027 starten, allerdings nicht zum Mond, sondern nur zu Tests in eine Erdumlaufbahn. Zur Crew sollen auch die Amerikaner Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik gehören, für den Notfall steht Bob Hines als Ersatz bereit.Anders als ursprünglich geplant ist bei Artemis III keine Mondlandung vorgesehen. Stattdessen soll das Koppeln des Raumschiffs Orion mit Mondlandesystemen getestet werden. Mit dem Artemis-Programm strebt die amerikanische Raumfahrtagentur Nasa eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond an.Ursprünglich war Deutscher bei Mondmission anvisiertDer ESA-Chef Josef Aschbacher hatte Ende 2025 gesagt: «Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, ESA-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden.» Zuerst sei Deutschland an der Reihe. Die beiden deutschen ESA-Raumfahrer Alexander Gerst und Matthias Maurer hatten mehrfach betont, diese Chance sehr gern wahrnehmen zu wollen.Der 49 Jahre alte Luca Parmitano ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wurde an der italienischen Luftwaffenakademie ausgebildet und war Testpilot. 2009 wurde er als ESA-Astronaut ausgewählt, war zweimal auf der Raumstation ISS und dort mehrfach an Andockmanövern beteiligt. Er reagierte sichtlich bewegt auf die Nachricht. «Ich fühle mich von der Rolle, die mir gegeben wurde, geehrt», sagte Parmitano in Houston. «Vor allem bin ich dankbar.» Viel müsse für einen Flug ins All zusammenkommen, sagte der 49-Jährige und würdigte die Rolle seines Heimatlands Italien auf seinem Weg, die europäische Raumfahrtbehörde ESA und die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa.An seine Frau, seine Töchter und weitere Teile seiner Familie gewandt, sagte Parmitano: «Ihr seid die Energie, die meine Seele nährt, und eure Liebe ist der Funke, der jede Leidenschaft entfacht. Danke, grazie!» Dabei brach dem Italiener kurz die Stimme weg.Nasa-Chef hatte Artemis-Programm umgeschmissenEuropas früherer Raumfahrtchef Jan Wörner gratulierte Parmitano. «Luca ist ein absoluter Profi und zudem ein sehr sympathischer Typ», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. In Wörners Amtszeit als Generaldirektor der europäischen Raumfahrtbehörde ESA (2015–2021) flog Parmitano 2019 zum zweiten Mal ins All. «Prima, dass ein Europäer am Artemis-Programm teilnehmen kann», sagte Wörner. «Meine Erwartung und Hoffnung ist, dass auch bei der Landung auf dem Mond ein Europäer dabei ist.»Der Nasa-Chef Jared Isaacman hatte Ende Februar für das Artemis-Programm überraschend eine Strategieänderung angekündigt: Artemis III werde schon 2027 starten, aber anders als vorgesehen nicht auf dem Mond landen. Stattdessen soll das Raumschiff Orion nur in einer Erdumlaufbahn – «low Earth orbit» (LEO) – fliegen, die Crew soll die Kopplung mit einer oder zwei Mondlandefähren erproben. 2028 könnte es dann gleich zwei Mondlandungsmissionen geben: Artemis IV und Artemis V. In der Vergangenheit gab es allerdings immer wieder Verzögerungen.Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert waren Anfang April wieder Menschen in die Nähe des Mondes geflogen. Gelandet waren sie nicht. Zur Artemis-II-Crew hatten drei Amerikaner und ein Kanadier gehört.Das Artemis-Programm – benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie – war von der Nasa 2017 verkündet worden. Ursprünglich sah es eine bemannte Mondlandung – mit Artemis III – bis 2024 vor.Passend zum Artikel