Habt ihr vor dem Schulprojekt „Meine Zeitung“ schon einmal einen Blick in die F.A.Z. geworfen?Nicolas Yadegardjam: Ja. Meine Eltern haben die Onlineausgabe abonniert, und meine Großmutter liest immer noch jeden Tag begeistert die gedruckte Ausgabe.Wie gefällt euch die Zeitung?Luciana Klinge: Mit der Papierform konnte ich nicht so viel anfangen. Ich wusste gar nicht, wo ich anfangen soll zu lesen. Es ist so viel. Und das Umblättern fiel mir schwer. Aber auf dem Tablet bin ich viel besser damit zurechtgekommen. Die App ist auch richtig gut gemacht.Nicolas: Von der gedruckten Papierausgabe war ich auch ein bisschen überfordert. Die elektronische Ausgabe hat mich ebenfalls anfangs ein bisschen überwältigt, weil es so viele Artikel gibt. Aber ich finde, da kommt man dann ganz gut rein.Habt ihr auf dem Tablet mit dem E-Paper gearbeitet oder mit der Website?Alle: Mit dem E-Paper.Das E-Paper ist ein digitales Faksimile der gedruckten Ausgabe der Zeitung, also eine Art PDF-Dokument mit demselben Inhalt. Dennoch war das für euch angenehmer nutzbar, weil es handlicher ist?Julián Gabriel Malagón Forsythe: Ja, genau. Es ist halt nicht so viel Papier, das man immer wieder umblättern und falten muss.Habt ihr in der Zeitung etwas für euch entdeckt? Nicolas: Ich fand den Wirtschaftsteil sehr interessant. Ich habe mich auch vorher schon mit wirtschaftlichen Fragen beschäftigt und fand es toll, die Meinung von Experten zu lesen. Auch die Kommentare im Politikteil waren interessant.Ihr habt nicht nur die F.A.Z. im Unterricht ausgewertet, sondern euch im Rahmen von Langzeitprojekten auch mit bestimmten Fragen intensiver auseinandergesetzt. Womit habt ihr euch dabei beschäftigt? Julián: Ich habe mich gefragt, ob sich die deutsche Bevölkerung immer ungesünder ernährt.Wie bist du vorgegangen? Julián: Ich habe mir Artikel rausgesucht über gesunde Ernährung oder auch über Krankheiten, die durch ungesunde Ernährung auftreten.Und zu welchem Schluss bist du gekommen? Julián: Die deutsche Bevölkerung ernährt sich schlechter. Im Vergleich zu anderen Ländern schneiden wir noch ganz okay ab. Aber es könnte viel, viel besser sein, da wir eines der Länder sind, das am meisten hoch verarbeitete Lebensmittel konsumiert. Das ist sehr schlecht.Hast du dich gut informiert gefühlt? Julián: Ja, zum Thema Ernährung gab es sehr viele Artikel.Hat sich für dich durch das Projekt der Zugang zu Quellen verändert? Kannst du dir vorstellen, auch später noch einmal in Qualitätszeitungen zu schauen? Julián: Ich fand das Projekt tatsächlich ziemlich gut. Wenn man in der F.A.Z. etwas gelesen hat, dann wusste man: Das stimmt, was dort steht. Es erspart mir ziemlich viel Zeit, wenn ich eine zuverlässige Quelle habe.Luciana, womit hast du dich beschäftigt? Luciana: Ich habe mich gefragt, ob die Politik von Donald Trump eigentlich demokratisch ist. Dazu gab es natürlich sehr, sehr viele Artikel.Wie hast du eine Auswahl getroffen? Luciana: Ich habe mir Artikel ausgewählt, in denen die Politik von Trump kritisiert wird, und sie ausgewertet.Kannst du dir vorstellen, dass Zeitungen für dich zu einer Quelle werden, die du weiterhin nutzen wirst? Luciana: Ja, schon. Es würde mich auch interessieren, was andere Zeitungen schreiben, um mir ein klares Bild zu machen. Aber auf jeden Fall hat mir die F.A.Z. sehr gut gefallen.Nicolas, was war dein Thema? Nicolas: Meine Frage war, ob und, wenn ja, warum es sich lohnt, sein Geld am Finanzmarkt anzulegen, anstatt es auf dem Konto liegen zu lassen.Es gab bestimmt eine Fülle an Artikeln zu dem Thema, oder? Nicolas: Ich habe mir angeschaut, was in der Sonntagszeitung in den letzten drei oder vier Monaten dazu erschienen ist. Mir ist aufgefallen, dass die Leserschaft ein bisschen älter ist, weil es viel um Rentenvorsorge geht.Wie lautet dein Fazit zur Geldanlage?Nicolas: Es birgt halt schon Risiken, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Dass nur so ein geringer Anteil der Deutschen das überhaupt macht, ist eigentlich verschwendetes Geld.Willst du in diese Richtung auch beruflich gehen?Nicolas: Der Finanzmarkt ist thematisch schon ganz interessant, aber ich glaube, dass ich eigentlich später Anwalt werden will.Was sind eure Berufswünsche? Luciana: Bei mir wechselt es oft. Aber gerade würde ich gerne Dermatologin werden.Julián: Ich brauche etwas, wo ich sehr viel Action im Beruf haben werde. Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann im Büro zu arbeiten.Journalist wäre dann der richtige Beruf. Das ist sehr abwechslungsreich.Julián: Der Job ist interessant. Aber ich habe oft gehört, dass Journalisten nicht fair bezahlt werden für die Arbeit, die sie leisten.Ist euch bekannt, dass die F.A.Z. einen Tiktok-Channel hat und auf Instagram ist? Wir versuchen, auch junge Zielgruppen zu erreichen. Nicolas: Das machen ja generell viele Zeitungen. Man muss meiner Ansicht nach aber aufpassen, dass man nicht einen falschen Ansatz wählt. Das wird dann häufig nicht so seriös rübergebracht. Also das kenne ich vor allem von der „Zeit“. Die Videos werden dann häufig mit Jugendsprache gemacht. Das finde ich ziemlich unseriös.Luciana: Ich find’s eigentlich ganz lustig. Ich glaube schon, dass das vielleicht ein bisschen was bringt. Wenn man da so irgendwelche Fakten raushaut, würde ich das eigentlich ganz cool finden.Wie habt ihr euch vor dem Zeitungsprojekt informiert, und wie informiert ihr euch jetzt? Julián: Ich schaue jetzt öfter in die F.A.Z.-App rein, falls ein bewegendes Thema mich interessiert und ich dazu noch irgendwas lesen will.Wie informiert geht ihr durchs Leben? Verfolgt ihr die Nachrichten? Nicolas: Früher habe ich „logo“ geschaut, die Nachrichtensendung für Kinder. Und im letzten Jahr habe ich tatsächlich jeden Tag die Tagesschau geschaut, aber das hat jetzt aufgehört.Wie kam es dazu? Nicolas: Mein Vater sitzt immer vor dem Fernseher um 20 Uhr. Dann habe ich mich dazugesetzt. Es ist an sich schon ganz interessant, was in der Welt passiert. Und man kann dann auch im PoWi-Unterricht gut mitreden. Das war gut für die Note.Warum hast du damit wieder aufgehört? Nicolas: Das weiß ich gar nicht. Ich habe dann einfach lieber andere Sachen gemacht. Sport oder so.Julián: Ich habe früher auch gerne „logo“ geschaut. Jetzt befasse ich mich nur nebenbei mit den Nachrichten, neben den anderen Hobbys.Luciana: Ich beschäftige mich nicht genug mit Nachrichten. Auch im PoWi-Unterricht kommt das zu kurz. Wir haben uns in der Schule eine Zeit lang mit der Politik von Spanien befasst. Das war auch cool. Aber ich weiß zu wenig über Politik in Deutschland.Ist das eine Bringschuld des Unterrichts oder auch eine Holschuld von dir? Luciana: Natürlich sollte ich mich in der Freizeit auch mehr damit befassen. Aber da fehlt manchmal ein bisschen die Lust. Ich darf ja noch nicht mal wählen. Ich weiß, die Lust wird irgendwann kommen, aber gerade ist sie noch nicht da.Für das Thema eurer Langzeit-Arbeiten seid ihr zu echten Experten geworden. Wie fühlt sich das an?Luciana: Ich wusste, ich komme aus dem Projekt mit mehr Wissen raus. Danach habe ich mich richtig gut gefühlt. Ich war schon sehr stolz darauf, dass ich das geschafft habe.Julián: Es fühlt sich schon ganz gut an, jetzt mehr über das Thema Ernährung zu wissen. Ich weiß, was für Risiken man eingeht, wenn man schlechte Lebensmittel konsumiert. Ich habe viel gelernt.
Schüler entdecken Journalismus im Projekt "Meine Zeitung" der F.A.Z.
Mehr als 900 Schüler haben am Projekt „Meine Zeitung“ teilgenommen und sich im Unterricht mit der F.A.Z. beschäftigt. Drei Zehntklässler vom Gymnasium Römerhof berichten von ihren Eindrücken.






