Im Zuge der anhaltenden Nachfrage nach Computer- und Speicherchips zum Ausbau künstlicher Intelligenz (KI) ist Südkoreas Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 1,8 Prozent gestiegen. Damit verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des ostasiatischen Landes das stärkste Quartalswachstum seit fünfeinhalb Jahren, wie aus Zahlen der koreanischen Zentralbank in Seoul hervorgeht.
Das Wachstum fällt um 0,1 Prozentpunkte höher aus als in einer bereits Ende April veröffentlichten Vorabschätzung angenommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist Südkoreas BIP demnach um 3,8 Prozent gestiegen.Wichtiger Produzent für ComputerchipsDie viertgrößte Volkswirtschaft Asiens zählt zu den wichtigsten Produzenten von Computerchips weltweit. Die heimischen Unternehmen Samsung Electronics und SK Hynix dominieren den Markt für Hochleistungsspeicherchips, sogenannte High-Bandwidth-Memory-Chips, die in KI-Rechenzentren eingesetzt werden. Zusammen kontrollieren die Südkoreaner rund 80 Prozent des weltweiten Angebots. Die restlichen 20 Prozent werden von Micron in den USA produziert.
Die koreanische Zentralbank hat unlängst ihre Prognose für das laufende Jahr angehoben und geht für 2026 von einem Wachstum von 2,6 Prozent aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für Südkorea mit einem Wachstum von 1,9 Prozent.Damit kann die südkoreanische Volkswirtschaft bislang der Konfliktlage in Nahost und der daraus resultierenden Energiekrise robust trotzen. Südkorea ist wie die meisten ostasiatischen Volkswirtschaften stark auf Öllieferungen über die weitgehend geschlossene Straße von Hormus angewiesen. Nahezu alle Energieressourcen werden nach Südkorea importiert, ein Großteil kommt aus dem Nahen Osten. Als die Nordseesorte Brent nach Kriegsausbruch über 100 Dollar kletterte, verlor der Kospi, der Leitindex des Landes, binnen eines Tages um 12 Prozent.











