Mit dem Börsengang von Elon Musks Weltraumfirma Space-X stellen sich deutschen Privatanlegern ganz neue Fragen. In den Apps mehrerer deutscher Online-Broker wird bereits kräftig dafür geworben, die Space-X-Aktien schon jetzt zu zeichnen. Das ist neu, bei vielen vergangenen Börsengängen mussten sich Privatanleger bis zum Handelsbeginn gedulden. Wer die Aktie zeichnet, erfährt am Freitag, wie viele Anteile er zugeteilt bekommt – noch bevor die New Yorker Technologiebörse Nasdaq gegen 15 Uhr deutscher Zeit mit dem Handel beginnt. Aber ist es eine gute Idee für Privatanleger, sich an solchen Mega-Börsengängen zu beteiligen?
Die Frage könnte sich dieses Jahr noch öfter stellen: Das KI-Unternehmen Anthropic strebt ebenfalls aufs Parkett. Und am Dienstag wurde bekannt, dass auch Konkurrent Open AI bei der US-Börsenaufsicht die Papiere für den IPO eingereicht hat. Die englische Abkürzung steht für „Initial Public Offering“. Unter Finanzprofis kursiert aber der Witz, sie könnte auch für „It’s probably overpriced“ stehen – also: „Es ist vermutlich überteuert“. Denn Börsengänge sind hochriskant.
Auch Elon Musk selbst gilt vielen als ein Risiko
Im Fall von Space-X gilt das ganz besonders. Das Unternehmen möchte mit dem Börsengang eine Marktkapitalisierung von etwa 1,75 Billionen US-Dollar erreichen, das wäre also dann der Wert aller vorhandenen Anteile. An der Börse sollen vorerst nur etwas weniger als fünf Prozent dieser Aktien gehandelt werden – der sogenannte Streubesitz. 75 Milliarden Dollar will Space-X damit einsammeln. Die Marktkapitalisierung entspräche damit fast dem 100-Fachen des Jahresumsatzes 2025. Gewinne kann die Firma bislang keine verbuchen, im vergangenen Jahr machte sie knapp fünf Milliarden Dollar Verlust. Mit anderen Worten: Die hohe Bewertung speist sich allein aus der Hoffnung, dass das Unternehmen in Zukunft sehr stark wächst. Und diese Hoffnung ist außerordentlich groß. Nvidia, das derzeit wertvollste Tech-Unternehmen, das noch dazu hochprofitabel ist, wird nur mit dem 22-Fachen des Jahresumsatzes bewertet. Bei Amazon etwa liegt der Kurs nur beim drei- bis vierfachen Jahresumsatz.











