Im Zusammenhang mit dem internationalen Rauschgifthandel haben hessische Ermittlungsbehörden am Dienstag Wohn- und Geschäftsräume in Deutschland und in den Niederlanden durchsucht und drei Personen festgenommen. Es handelt sich um zwei 59 und 56 Jahre alte Niederländer, die führende Mitglieder der Organisation gewesen sein sollen, sowie einen 53 Jahre alten Türken. Gegen zwei weitere Personen wurden in der Vergangenheit Haftbefehle erlassen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilt, richtet sich der Verdacht gegen insgesamt 20 Beschuldigte. Sie sollen zwischen Juni 2024 und Januar 2026 Teil einer international agierenden kriminellen Organisation gewesen sein.Konkret wird den Beschuldigten vorgeworfen, tonnenweise Kokain aus Südamerika als Luftfracht und in Containerschiffen nach Deutschland gebracht zu haben. „Zur Organisation und Abwicklung des illegalen Kokainschmuggels sollen Mitglieder der Organisation bereits bestehende Firmen mit Sitz in Braunschweig, Isernhagen, Karben und Dreieich faktisch übernommen haben“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Unternehmen seien anschließend „als Scheinfirmen“ genutzt worden. Zu diesem Zweck wurden den Erkenntnissen zufolge Strohpersonen als Geschäftsführer eingesetzt, um dadurch die Kokainlieferungen aus Südamerika zu koordinieren und den illegalen Kokainschmuggel durch den Import legaler Waren zu verschleiern.Von Februar 2025 bis Januar 2026 haben die Ermittler der Frankfurter Polizei sowie des Frankfurter Zollfahndungsamts ihren Angaben zufolge vier Kokainimporte, die mutmaßlich der kriminellen Organisation zuzuordnen sind, mit insgesamt 2,5 Tonnen und einem Straßenverkehrswert von etwa 180 Millionen Euro in Luxemburg, Kolumbien und Hamburg durch Zoll und Polizei sichergestellt.Die beiden in Untersuchungshaft befindlichen Tatverdächtigen, ein 57 Jahre alter deutsch-türkischer Staatsangehöriger und ein 26 Jahre alter Bulgare, sind den Angaben zufolge dringend verdächtig, im Tatzeitraum als Mitglieder einer Bande gemeinschaftlich Betäubungsmittelstraftaten begangen zu haben. Die Beschuldigten sollen für Kokainlieferung in den europäischen Raum verantwortlich sein.