Berlins Sommer ist gnadenlos. Wer jetzt nicht zur Gartenschere greift, bezahlt es später teuer – mit kahlen Buchsbäumen, pilzbefallenen Rosen und einem Flieder, der sich nie wieder richtig erholt. Drei Gehölze stehen im Juni ganz oben auf der To-do-Liste. Der richtige Zeitpunkt ist dabei kein Luxusproblem, sondern eine Frage von gesund oder krank.
Warum ausgerechnet jetzt die Schere zücken
Im Berliner Stadtklima kommt erschwerend hinzu, was der Klimawandel für alle deutschen Gärten bedeutet: Hitzewellen kommen früher, Trockenperioden sind länger. Wer den Schnitt auf Juli verschiebt, riskiert, dass frisch geschnittene Triebe direkt in die nächste Hitzewelle geraten – ohne Zeit zur Abhärtung. Verblühte Blüten zu entfernen, schützt Gehölze zudem vor Pilzinfektionen und lenkt ihre Energie gezielt in neues Wachstum, statt sie in die Fruchtbildung zu stecken.
Flieder: Jetzt handeln, sonst ist es zu spät
Wer Berliner Vorgärten und Kleingärten kennt, kennt Flieder. Der Strauch ist ein Klassiker von Neukölln bis Pankow. Direkt nach der Blüte – und die ist in diesem Jahr längst vorbei – müssen die alten Blütenstände weg. Wer zu lange wartet, schadet den Knospen, die bereits für das nächste Jahr gebildet werden. Wichtig: Nicht einfach drauflosschneiden. Die jungen, weichen Triebe direkt unterhalb der alten Rispen dürfen nicht beschädigt werden. Fachleute empfehlen, jeden dritten Blütenstand etwas tiefer abzuschneiden und auf einen seitlichen Trieb umzuleiten – so bleibt der Strauch innen vital und verkahlt nicht mit den Jahren.










