Irgendjemand wird schon drauf reinfallen: Vonovia erfindet Gründe für Mietaufschläge, die vor Gericht zwar nicht standhalten. Aber man muss sich wehren: Wer sich im Unwissen darauf einlässt, mehr zu zahlen, zieht die Arschkarte.
Die Vonovia hält sich für eine großartige Vermieterin – zumindest wenn sie tatsächlich glaubt, was sie schreibt. Das Wohnungsunternehmen verstehe sich als "Teil der Gesellschaft", heißt es über das eigene Geschäftsverständnis. "Deshalb pflegen wir unsere Gebäude", man übernehme "Verantwortung für sicheres, gutes und bezahlbares Wohnen", rücke "Mieterinnen und Mieter und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt". Mit denen "kommunizieren wir auf Augenhöhe", man behandle sie "fair und gleichberechtigt", kümmere sich "um ihre Sorgen, Nöte und Wünsche" und, das steht da wirklich, "wir fördern das Miteinander".
Vielleicht hat sich jemand in der Marketingabteilung einen subversiven Scherz erlaubt und dem Auftraggeber eine Satire untergejubelt? Oder ist auf einer grundsätzlichen Ebene etwas durcheinander geraten? Eigentlich müsste da so etwas stehen wie: "Wir lassen unsere Gebäude verkommen, bis wir überteuert modernisieren können, wollen Wohnen immer teurer machen und rücken die Bedürfnisse unserer Aktionäre in den Mittelpunkt." Kaum ein deutsches Unternehmen tut so viel für die Spaltung der Gesellschaft und verwandelt dabei Wünsche in Sorgen und Nöte.






