Figaro kann es kaum erwarten, seine Liebste Susanne zu heiraten und gemeinsam im Liebeshimmel zu schweben. Mit einem Bandmaß in der Hand vermisst er gerade den besten Standort für das Brautbett. Das Bett hat ihnen ihr Dienstherr, Graf Almaviva geschenkt. Das eigene Zimmer ist der Lohn für seine Treue – dachte Figaro. Doch für den Graf ist es nur der „kürzeste Dienst- umd Schleichweg“, um zu Susanne zu gelangen, denn er hat ebenfalls ein Auge auf sie geworfen und will Figaro vor der Eheschließung noch schnell zuvorkommen.

Figaro, der den Graf gerade noch als „besten Chef“ lobte, beschimpft ihn im nächsten Moment als „Schurken“, den er am liebsten wegen „ungenierlicher Nachstellerei verklagen“ würde! Doch bekäme er Recht, wenn er als Untergebener seinen Chef vor Gericht bringen würde?

So nimmt Figaro die Sache selbst in die Hand. „Ein Himmelreich für eine gute Intrige!“, lautet seine Devise. Und er schwört, es dem Graf mit feuriger Bosheit und Leidenschaft heimzuzahlen und die Mitgift mit der Heirat für sich zu erlangen. „Das nenn ich Gerechtigkeit!“ Da geht es reichlich absurd-komisch drunter und drüber, wird lustvoll und erbittert um Werte und Tugenden gestritten, gefeilscht und gekämpft: in der Komödie „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ von Peter Turrini, frei nach Beaumarchais.