Mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland dürfen sich ab 1. Juli über mehr Geld freuen. Die Bezüge steigen dann um 4,24 Prozent. Die Arbeitgeber jedoch fordern vor Beratungen mit den Spitzen der Koalition und der Gewerkschaften eine Kostendämpfung bei der Rente.

»Bei den Rentenerhöhungen muss dringend Tempo herausgenommen werden«, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der Nachrichtenagentur dpa. »Es ist den Beitragszahlern nicht zu vermitteln, dass die Renten in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils über 4 Prozent deutlich stärker steigen sollen als Löhne und Preise.«Die Rentensteigerung zum Juli geht auf die gute Lohnentwicklung zurück, aber auch auf die erste Rentenreform der Koalition. Unter anderem wurde eine Haltelinie beim Rentenniveau verlängert.

In der Rentenformel wird deshalb der Nachhaltigkeitsfaktor ausgesetzt, der sonst die Renten dämpfen würde, sobald die Zahl der Rentnerinnen und Rentner schneller steigt als die der Beitragszahlenden. Das ist mit vielen Babyboomern im Rentenalter der Fall.

Schwarz-Rot hat mit seiner ersten Rentenreform das Rentenniveau im Verhältnis zu den Einkommen bis 2031 bei 48 Prozent fixiert. Für 2027 sind nun bereits um über 4,7 Prozent höhere Renten prognostiziert.