Markus Söders wahrscheinlich erfolgreichster Instagram-Post dreht sich, na klar, um Döner. Der zwei Jahre alte Clip, in dem Bayerns Ministerpräsident die Frage eines Kindes beantwortet, wann der Döner wieder drei Euro kostet (Antwort: „Wir können leider keinen Preis festlegen“), hat bis heute 10,6 Millionen Aufrufe erzielt. Eine Einschaltquote, auf die sonst nur die „Tagesschau“ zur besten Sendezeit kommt.Die wenigsten Politiker in Deutschland sind zahlenmäßig so erfolgreich im Digitalen. Mit seiner #söderisst-Reihe hat der CSU-Chef etliche Social-Media-Kracher abgeliefert: Fünf Millionen Mal wurde das Video angesehen, in dem er unter seinen Fans Gratisdöner und „Söder Kebab“-T-Shirts verlost. 4,1 Millionen Aufrufe hat eine Szene, in der er in einer Kebab-Bude steht und „Döner macht schöner“ sagt. Ab und zu sang und tanzte Söder auch, stolz sagte er: „Ich gebe zu, viele Ideen stammen von mir.“SZ Bayern auf Whatsapp:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnierenVon Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.Dem Publikum schmeckte die Show offenbar, Anfang März stieg die Zahl seiner Instagram-Abonnenten erstmals auf 800 000. Über kein anderes Kommunikationsmittel kann der Politiker so schnell so viele Menschen direkt erreichen. Seit einiger Zeit müssen seine Fans jedoch auf Essensfotos verzichten: Nach der verlustreichen Kommunalwahl hat der CSU-Chef mehr Ernsthaftigkeit angekündigt, auch auf Social Media.Seiner Partei ist der Appetit spätestens vergangen, als sich der Klick-Erfolg mal wieder nicht in Wählerstimmen umgewandelt hat. Den bislang letzten Döner postete Söder am 19. März. „Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse“, sagte er. Stattdessen: viele Ausschnitte aus seiner letzten Regierungserklärung und zwischendrin unverfängliche Freibad- und Fußball-Fotos.MeinungBayern:Wer so auf Stärke setzt wie Markus Söder, darf sich Schwäche nicht erlaubenWenig später begann Söders Anhängerschaft auf Instagram zu schrumpfen. Im Mai fiel die Zahl seiner Follower wieder unter 800 000, seit Anfang April hat sein Account 3500 Anhänger verloren. Am Wochenende machte der Politik-Influencer und Autor Fabian Grischkat auf die Entwicklung aufmerksam: „Allgemein sind die Zahlen von Markus Söder eingebrochen, seit er seine kulinarischen Exzesse nicht mehr teilt“, sagte er in einem Instagram-Post.In der CSU wurden Söders Online-Aktivitäten schon lange mit wachsender Irritation gesehen. Über die riesige Follower-Zahl witzelte etwa der Ehrenvorsitzende Theo Waigel mal: „Jesus Christus hatte nur zwölf und von denen konnte er sich nur auf elf wirklich verlassen. Trotzdem hat er es zur Weltgeltung gebracht.“ Und CSU-Vize Manfred Weber ermunterte die Partei in seinem „Pfingstbrief“, auch in den sozialen Medien „politisch schwere Kost“ zu servieren.Die Kritik hatte Söder lange abgetan, da sei auch immer „ein bisschen Neid dabei“, sagte er. Der Großteil seiner Inhalte sei politischer Natur. Nun muss Söder beweisen, dass er sein Publikum auch ohne Döner von seiner Politik überzeugen kann.
Kein Döner mehr: Der seriöse Söder verliert auf Instagram Tausende Fans
Söders Social-Media-Reichweite kannte jahrelang nur eine Richtung: nach oben. Seit er auf Dönerfotos verzichtet, schrumpft die Aufmerksamkeit.







