Hilfe bei Gewalt in Berlin: Täterarbeit bleibt außen vor

Dass Berlin ein Gesetz zur Gewalthilfe bekommt, ist ein wichtiger Schritt. Doch Initiativen haben sich mehr erhofft, vor allem bei der Prävention.

Hier wäre Platz, um eigenes gewaltvolles oder übergriffiges Verhalten zu reflektieren. Doch Täterarbeit ist oft unterfinanziert

Yuri Arcurs/YAY/imago

Zum Schutz vor Gewalt gehört, ihr vorzubeugen. Doch Männer, die etwa bei einem Konflikt in ihrer Beziehung gewalttätig geworden sind und sich beraten lassen wollen, müssen aktuell viel Geduld und Zeit aufbringen. „Wir haben Wartezeiten von drei Monaten für ein erstes Gespräch“, sagt Samira Ciyow, Leiterin der Beratung für Männer – gegen Gewalt. „Wir sind am Ende unserer Kapazitäten, die Lage spitzt sich zu. Und die Fälle werden immer komplexer“, sagt sie. Dabei sei schnelle Hilfe wichtig: Gerade direkt nach einer Tat, in einer Art „Reuephase“, seien Täter oft interessiert an Hilfe. Ihr Projekt ist eins von nur zweien in Berlin, die solche Beratung anbieten. Das andere, das Berliner Zentrum für Gewaltprävention (BZfG), hat sogar schon seine Warteliste geschlossen, weil sie keine weiteren Personen aufnehmen können.