Mehr als 1000 Menschen stehen am 30. Mai 2026 vor den Toren des Berliner Olympiastadions und blicken auf rot leuchtende Scanner an der Einlasskontrolle. Drinnen feiern 94.000 Besucher die Ankunft der amerikanischen Mega-Band Metallica, die gleich das größte Stadionkonzert geben wird, das Deutschland je gesehen hat. Draußen verweigern die elektronischen Einlasskontrollen Hunderten Fans den Zugang. Viele ihrer Eintrittskarten sind Fälschungen.Unter den Abgewiesenen steht ein Mann, der Anfang April zwei Karten im Internet erwarb. Auf Instagram stieß er wiederholt auf Werbeanzeigen eines Anbieters namens „Festivalme“. Er kaufte die Tickets für 300 Euro in dem Glauben, reguläre Einlasskarten zu erhalten. Dass die offiziellen Vorverkaufsstellen bereits Monate zuvor restlos ausverkauft waren, wusste er nicht. „Ich dachte: Das ist meine Chance“, schildert er das Vorgehen gegenüber der Berliner Zeitung in einem Leserbrief. Am Konzerttag erfährt er am Eingang, dass er Kriminellen aufgesessen ist.
Mehr als 1000 ungültige Tickets an den Drehtoren
Leuchten die Scanner am Eingang rot, leitet der Ordnungsdienst nach Angaben der Betreiber des Olympiastadions die Betroffenen an sogenannte Clearingstellen weiter. Dort prüfen Mitarbeiter des Veranstalters die Tickets noch einmal. Etwas mehr als 1000 Tickets hatten demnach keine Gültigkeit. Aufgrund der einmaligen Größe des Konzerts könne man keinen Vergleich zu anderen Konzerten ziehen, hieß es vonseiten des Olympiastadions.Bei der Berliner Polizei gingen vier Anzeigen wegen Betrugs im Zusammenhang mit dem Konzert ein. Diese niedrige Quote entspricht laut der Behörde den üblichen Fallzahlen bei Veranstaltungen dieser Größenordnung. Der betrogene Leser vermutet Scham als Grund: „Opfer, die ihre eigene Schuld fühlen, werden sich nicht beschweren.“











