Wir schreiben das Jahr 2015. Ich habe mir mein erstes Festival-Ticket gekauft. Die Bands, die auf dem Festival spielen, sind mir alle egal. Alle, außer Metallica. Und dann, wenige Tage vor Festival-Beginn, finde ich das Ticket nicht mehr.Ich erinnere mich noch, wie ich heulend den Altpapier-Container vor unserem Haus durchwühle. Und wie ich am Abend des Metallica-Konzerts, das Hunderte Kilometer entfernt ohne mich stattfindet, todtraurig vor einem Lagerfeuer sitze, während meine dummen Freunde zu dem dummen Lied „Sail“ von der dummen Band Awolnation grölen.Elf Jahre später stehe ich mit ca. 95.000 schwarz gekleideten Menschen im Berliner Olympiastadion. Es ist das größte Stadion-Konzert, das Deutschland je gesehen hat. Und trotzdem gehört dieser Moment mir. Ich bin – endlich – auf meinem ersten Metallica-Konzert.

So viel Menschen waren noch nie im Olympiastadion

Das Konzert beginnt, wie die meisten Metallica-Konzerte – so viel Youtube-Recherche habe ich in den letzten Jahren gemacht: „It’s a Long Way to the Top“ von AC/DC, dann die Titelmelodie „The Ecstasy of Gold“ von Ennio Morricone aus dem Film „Zwei glorreiche Halunken“. Dazu Filmszenen auf den acht in Zylinderform aufgebauten Videoleinwänden, die wie große Bohrtürme im Kreis um eine ringförmige Bühne in der Mitte des Stadions stehen. Dieser besondere Bühnenaufbau ermöglicht es, dass mehr Fans ins Olympiastadion passen als beim bisherigen Rekordhalter U2 von 2009, ebenfalls im Berliner Olympiastadion.Dann joggen vier energiegeladene Herren auf die Bühne, denen man die 60+ Jahre kaum anmerkt. Erstes Lied: „Creeping Death“. Pommesgabeln – wie der Metalgruß hierzulande auch heißt – hoch und ab geht’s.