PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburg-St. GeorgMann nach Messerattacke in Lebensgefahr – Täter flüchtet zum Hamburger HauptbahnhofStand: 13:35 UhrLesedauer: 3 MinutenPolizei und Feuerwehr auf dem Steindamm in St. Georg (Archivbild)
Quelle: Bertold FabriciusLebensgefährliche Messerattacke in Hamburg-St. Georg: Ein 41-Jähriger wird schwer verletzt, der Täter ist auf der Flucht – Ermittler prüfen Verbindungen ins Drogenmilieu. Polizei startet Zeugenaufruf.Ein mutmaßlicher Raubversuch ist am Sonntagmittag im Hamburger Stadtteil St. Georg in eine lebensgefährliche Gewalttat eskaliert. Wie die Polizei mitteilt, wurde ein 41-jähriger Mann in der Hammerbrookstraße gegen 13.40 Uhr mit einem Messer attackiert und so schwer verletzt, dass er notoperiert werden musste. Sein Zustand gilt weiterhin als kritisch.Nach bisherigen Erkenntnissen hielten sich eine Frau und ihr Bekannter zur Tatzeit in der Hammerbrookstraße auf, als sie von einem bislang unbekannten Mann angegriffen wurden. Der Angreifer soll versucht haben, den beiden ihre Rucksäcke zu entreißen. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Tatverdächtigen und dem 41-jährigen Begleiter der Frau. Im Verlauf dieser Konfrontation stach der Täter plötzlich mit einem Messer zu und fügte seinem Kontrahenten lebensbedrohliche Verletzungen zu.Lesen Sie auchDer Schwerverletzte wurde von einem Rettungswagen unter notärztlicher Begleitung in ein Krankenhaus gebracht und noch am selben Tag operiert. Nach Angaben der Polizei besteht weiterhin Lebensgefahr.Täter flüchtet in Richtung Hauptbahnhof Nach der Attacke gelang dem mutmaßlichen Täter die Flucht. Er soll sich vom Tatort aus in Richtung Hamburger Hauptbahnhof entfernt haben. Eine sofort eingeleitete Fahndung mit rund einem Dutzend Streifenwagen, unterstützt durch den Polizeihubschrauber „Libelle“ sowie eine Drohne, blieb bislang erfolglos.Die Polizei beschreibt den Gesuchten als etwa 1,60 bis 1,70 Meter groß, zwischen 30 und 40 Jahre alt und von schlanker Statur. Auffällig seien sehr kurz geschnittene Haare oder eine Glatze sowie ein ungepflegtes Erscheinungsbild. Zum Tatzeitpunkt trug der Mann ein dunkles Oberteil und weiße Socken – jedoch offenbar keine Schuhe.Lesen Sie auchDie Ermittlungen übernahm zunächst der Kriminaldauerdienst, inzwischen ist die Mordkommission in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Hamburg zuständig. Die Beamten prüfen derzeit einen möglichen Hintergrund im Drogenmilieu. Nach ersten Einschätzungen könnten sich Täter und Opfer flüchtig gekannt haben.Hamburg-St. Georg: Stadtteil seit Jahren unter Druck Der Tatort liegt im dicht besiedelten Stadtteil St. Georg, unweit des Hamburger Hauptbahnhofs. Das Gebiet gilt seit Jahren als kriminalitätsbelasteter Brennpunkt. Nach Angaben der Polizei konzentrieren sich viele Straftaten im Innenstadtbereich rund um den Hauptbahnhof und angrenzende Viertel wie St. Georg. Insbesondere die sogenannte „szene-interne“ Kriminalität – also Delikte innerhalb eines Milieus aus Drogenkonsumenten, Dealern und Menschen in prekären Lebenslagen – bewegt sich laut Kriminalstatistik weiterhin auf hohem Niveau.Verlagerung der DrogenszeneZudem berichten Initiativen und Behörden seit längerem von einer Verlagerung der Drogenszene aus dem direkten Umfeld des Hauptbahnhofs in angrenzende Wohngebiete. Verstärkte Kontrollen rund um den Bahnhof hätten dazu beigetragen, dass sich Teile der Szene in Straßen von St. Georg verlagern. Mit dieser Entwicklung geht nach Einschätzung von Anwohnern und Sicherheitsbehörden auch eine Zunahme von Beschaffungskriminalität und gewalttätigen Auseinandersetzungen einher.Polizei sucht Zeugen Die Hamburger Polizei bittet nun dringend um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die Beobachtungen zur Tat gemacht haben oder Angaben zum flüchtigen Täter machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 040/4286-56789 beim Hinweistelefon der Polizei oder bei einer Dienststelle zu melden. Augenzeugen der Tat wurden nach dem Vorfall vom Kriseninterventionsteam psychologisch betreut. Die Ermittlungen dauern an.dfe








