Auf der Erde reflektieren nicht nur die Nord- und Südhalbkugel trotz ihres unterschiedlichen Erscheinungsbilds gleich viel Sonnenlicht, durch Osteuropa und Ostafrika läuft ebenfalls eine Trennlinie, die unseren Heimatplaneten in zwei gleich helle Hälften teilt. Das hat eine Forschungsgruppe aus den USA herausgefunden, die noch meint, dass die Entdeckung Implikationen für mögliche Interventionen in das Strahlungsbudget der Erde hat. Der Fund unterstreiche, wie komplex das Klimasystem unserer Erde ist und wie viel wir noch immer nicht wissen. Wenn jetzt intensiver darüber diskutiert wird, die Sonneneinstrahlung direkter zu beeinflussen, sei dieser Mangel an Wissen besorgniserregend.

Warnung vor Geoengineering

Dass die Nord- und die Südhalbkugel der Erde fast genauso viel Sonnenlicht reflektieren, ist schon seit Jahrzehnten bekannt, ruft die Forschungsgruppe von der University of Colorado Boulder und der US-Forschungsbehörde NOAA in Erinnerung. Das ist deshalb nicht intuitiv, weil die Nordhalbkugel von viel mehr Land bedeckt ist und man deshalb erwarten würde, dass sich auch die sogenannte Albedo deshalb stark unterscheidet. Neu ist jetzt, dass gleich drei verschiedene Faktoren so perfekt zusammenspielen, dass die Erde östlich und westlich des 27. Längengrads Ost ebenfalls identische Mengen an Sonnenlicht reflektieren. Auch hier unterscheidet sich das Erscheinungsbild beider Hälften eigentlich deutlich.