Sie sind am Montag mit dem Abend „Es ist nicht alles schlecht in Deutschland“ in der Volksbühne. Haben Sie das Gefühl, darauf muss man die grummeligen Deutschen aufmerksam machen?Wenn man hierzulande die Nachrichten liest, gewinnt man schnell den Eindruck, dass das Land den Bach runtergeht. Aber es ist gar nicht so schlimm. Das Leben geht weiter. Dieses Land ist voll unsagbarer Schätze und wunderbarer Menschen, die Großartiges leisten. Deutschland ist mein Lieblingsland. Ich möchte diese Sommerlesung nutzen, um unveröffentlichte Texte vorzustellen. Es ist nämlich schwer, die eigenen Texte einzuschätzen. Man braucht das Publikum, den Dialog.

Sie haben vergangenes Jahr ein Buch mit dem Titel „Das geheime Leben der Deutschen“ veröffentlicht, da ging es auch schon um Deutschland. Eigentlich bewege ich mich seit vielen Jahren im Kreis, was die Auswahl meiner Themen betrifft. Ich schreibe über Kinder, die immer erwachsener werden, über Eltern, die immer kindischer werden, und immer wieder über Deutschland. Früher habe ich auch über die Sowjetunion geschrieben. Das war für mich ein spannendes Land mit vielen unterschiedlichen unterirdischen Etagen und Parallelwelten. Ein Land, das es nicht mehr gibt.