Verstärkte US-Zinsängste und der sich wieder zuspitzende Krieg zwischen Israel und dem Iran haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt den Wochenauftakt verhagelt. Der Dax fiel in den ersten Handelsminuten um 1,3 Prozent auf 24.442 Punkte und rutschte damit klar unter die 21-Tage-Linie, die aktuell bei 24.706 Zählern verläuft und als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt.Der M-Dax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor am Montagmorgen 1,8 Prozent auf 31.884 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 1,2 Prozent nach unten.Südkoreas Kospi verliert bis zu acht ProzentBesonders stark eingebrochen ist Südkoreas Aktienmarkt und hat damit die weltweit stärkste Rally ins Wanken gebracht. Anleger zogen sich aus KI-Investments zurück, die den globalen Aktienboom in den vergangenen Monaten maßgeblich angetrieben hatten. Der Kospi verlor mehr als acht Prozent, worauf die Börse kurz nach Handelsbeginn den Handel für 20 Minuten aussetzte.Später verringerte der Leitindex der Börse Seoul seine Verluste, nachdem sich die Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics und SK Hynix von ihren Tagestiefs erholten. Die starken Kursschwankungen gelten inzwischen als charakteristisch für den 4,5-Billionen-Dollar-Markt. Der Kospi notierte zuletzt 5,6 Prozent unter dem Schlusswert vom Freitag.Die heftige Bewegung folgt auf einen Kursanstieg, der Südkorea zum Sinnbild des Konzentrationsrisikos im KI-Sektor gemacht hat. Sorgen über eine Überhitzung des Bereichs haben Technologiewerte weltweit belastet.US-Pendants brachen am Freitag wegen Befürchtungen über eine mögliche Zinserhöhung ein. Der Nasdaq-100-Index schloss 4,8 Prozent im Minus.Der Abbau stark überfüllter Positionen kann Südkorea besonders hart treffen, da Milliarden Dollar privater Anlegergelder in gehebelten börsengehandelten Fonds investiert sind, die die beiden Chipkonzerne abbilden.„Angesichts der überfüllten Positionierung im Halbleitersektor und des derzeit volatilen Umfelds überrascht ein gewisses Maß an Panikverkäufen nicht“, sagte Albert Yong, geschäftsführender Partner des Hedgefonds Petra Capital Management in Seoul.Die Korea Exchange hielt zuvor eine Dringlichkeitssitzung ab, um die zunehmende Volatilität zu bewerten und Maßnahmen zur Sicherung eines stabilen Marktbetriebs zu erörtern.Kursschwankungen von fünf Prozent oder mehr innerhalb eines Handelstags sind in Südkorea inzwischen üblich. Dazu tragen die Beliebtheit gehebelter ETFs auf die heimischen Chiphersteller sowie die dafür notwendigen Umschichtungen bei.Der in Hongkong notierte gehebelte SK-Hynix-ETF von CSOP ist zum weltweit größten Fonds dieser Art auf eine einzelne Aktie geworden. Vergleichbare Produkte werden inzwischen auch in Seoul gehandelt. Der gehebelte SK-Hynix-ETF von Samsung Asset Management verlor am Freitag 20% und liegt seit seiner Auflegung Ende Mai 18% im Minus.„Ich bin nicht ins Büro gekommen und habe mit einem ‚Schwarzen Montag‘ gerechnet – aber an den Märkten zahlt es sich aus, den Sicherheitsgurt angelegt zu lassen“, sagte Francis Tan, Chefstratege für Asien bei Indosuez Wealth in Singapur. „Wir sind uns der Risiken überfüllter Positionen und der globalen Nervosität seit Langem bewusst, insbesondere da sowohl die geopolitischen Spannungen als auch die Bewertungen hoch sind.“Der starke Ausverkauf vom Morgen ließ im Tagesverlauf nach. Anleger konzentrierten sich auf positive Impulse, darunter die Vereinbarung zwischen Nvidia und SK Hynix zur gemeinsamen Entwicklung künftiger Generationen von KI-Speicherchips.
Nervöse Börsen: Dax startet mit Verlust in die Handelswoche
Die brenzlige Weltlage und Ängste vor eine Tech-Blase machen Anleger nervös. Besonders stark macht sich das an der volatilen Börse in Südkorea bemerkbar.













