Kyjiw wurde kurz vor dem „Book Arsenal“-Festival massiv beschossen. Die Kulturszene ist stark davon betroffen, zeigt sich aber unerschütterlich.
Vor dem Einkaufszentrum Kwadrat am Lukyanivska-Platz fegen Feuerwehrleute Schutt und Splitter zusammen. Von der einstigen Mall ist nur ein rundliches, rußschwarzes Betonskelett geblieben. Der Marktplatz gegenüber ist verwüstet. Wellblech, Metallstreben und Glasscherben liegen auf dem angrenzenden Bürgersteig.
Auch der Buchladen Bukva in der Mall ist vom Feuer vernichtet worden, doch die Betreiber kündigen umgehend in einem ukrainischen Medium an, im Juni wiedereröffnen zu wollen: „Passen Sie auf sich und Ihre Lieben auf. Ruhm der Ukraine.“
Am Tschornobyl-Museum im Stadtteil Podil bietet sich Anfang vergangener Woche ein ähnliches Bild. Verbrannte Autowracks stehen davor, das Dach ist eingestürzt; das Gebäude ist, welch Ironie, eine hübsche alte Feuerwache mit einem kleinen Türmchen. Museumsdirektorin Vitalina Martynovska, eine kleine, blonde Frau mittleren Alters, steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite, berät sich mit den Hilfskräften.
„Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. Sie sehen ja, wie groß die Schäden sind“, sagt sie und schüttelt mit dem Kopf. „Den Großteil der aktuellen Ausstellung konnten wir zum Glück retten. Unsere Büros haben wir in einem Ersatzgebäude untergebracht.“ Viele Exoponate der Dauerausstellung wurden vernichtet.







