Es war 19.43 Uhr, als Natalia Fatejewa ein letztes Mal aufsprang, 78 Jahre ist die Russin alt, aber in diesem Moment wirkte sie wie 28. Gerade hatte ihr Enkel den größten Titel seiner Karriere gewonnen, schon die vergangenen 4:16 Stunden lang hatte die Großmutter, die neuerdings das Team begleitet, für Stimmung gesorgt. Hatte geklatscht, gestikuliert, Zeichen der Zuversicht nach unten gesandt. Und jetzt stand genau dort auf dem Sandplatz, der berühmten Terre Battue, Alexander Zverev und konnte sein Glück nicht fassen. Er warf sich rücklings auf den Boden und blieb liegen. Eine gewaltige Lärmwelle walzte durch den Court Philippe-Chatrier, die 15 000 Zuschauer, die sich in dieses packende Männerfinale der French Open so laut und leidenschaftlich eingebracht hatten, erhoben sich. Wie auch alle in Zverevs Box: Vater und Trainer Alexander, Bruder Mischa, Manager Sergej Bubka, Physiotherapeut Timo Schall, Trainingspartner Michail Ledovskych, Fitnesscoach Jez Green, Freund Marcelo Melo und natürlich Fatejewa.